Peter Haags Editorial in der Herbstvorschau 2019

"Ich gebe zu, ich bin backlistverliebt"

Kein & Aber-Verleger Peter Haag freut sich im seinem Vorwort zur aktuellen Vorschau über die vielen Bücher aus seinem Haus, die sich auch nach Jahren noch gut verkaufen. Und über die Independent-Bestseller-Liste des Börsenblatts, die diese Schätze sichtbar macht. 

Peter Haag

Peter Haag © Dominique Meienberg

"Natürlich freue ich mich auf jedes von unseren neuen Büchern, die wir Ihnen auf den kommenden Seiten vorstellen werden. Wie gewohnt haben wir länger nach ihnen gesucht und sind beglückt, dass wir sie gefunden haben.

Nicht minder aber freue ich mich immer wieder über unsere Backlist. Über all die Titel, mit denen wirs chon einen weiten Weg gemeinsam gegangen sind und deren Schicksal mir bestens vertraut ist. Ich gebe zu, ich bin backlistverliebt. Wie bei fast allen guten Büchern hat es Jahre bis zu ihrer Entstehung gebraucht, Jahre der Arbeit bei Autorin oder Autor und oft auch ein Jahr oder länger beim Verlag. Und dann erst kommen sie auf die Welt und lernen laufen und sprechen, meistens in Ihrer Obhut und mit Ihrer Hilfe, liebe Buchhändlerinnen und Buchhändler.

Und wenn sie gut umsorgt werden, wird auch aus den meisten etwas. Nicht immer wird es gleich ein Shooting-Star, das ist aber auch gar nicht notwendig. Mir sind Bücher, die nicht gleich raketenmäßig loslegen, um kurz darauf wieder zu erlöschen, auf eine besondere Art sympathisch. Mir gefallen Bücher, die sich langsam und stetig entwickeln und sich dann jahrelang für alle Beteiligten als ertragreich erweisen, sie sind die stillen Stars.

Wir dürfen uns glücklich schätzen, denn wir haben eine Menge davon. Mit der Einführung der neuen Bestsellerliste der unabhängigen Verlage wurden einige dieser Titel plötzlich auch nach außen sichtbar, teils nahmen sie sogar mehr als die Hälfte aller Plätze ein. Das ist ungewöhnlich, zumal es keineswegs nur Neuerscheinungen sind, und zeigt die Kraft unserer Backlist.

Das Beste daran ist, dass viele Titel darunter sind, die sich schon seit Jahren stetig sehr gut verkaufen – einige davon sogar längst im sechsstelligen Bereich. Die allermeisten dieser erfolgreichen Titel waren nie in der SPIEGEL-Liste, sondern haben sich ihre Flughöhen still und über andere Wege der Empfehlung erarbeitet.

Auf Reisen besuche ich mit Vorliebe Buchhandlungen, um zu sehen und zu entdecken, was die Buchhändler empfehlen. Oft schließt sich dann der Kreis, und ich weiß, warum unsere Titel immer wieder in dieser Liste auftauchen, weil Sie, liebe Komplizen im Buchhandel, eben auch backlistverliebt sind. Das eint uns und macht uns füreinander verlässlich.

Unser Ziel und Trachten wird also auch in Zukunft bleiben, Ihnen jeweils eine übersichtliche Auswahl guter Bücher zu präsentieren, die ein hohes Entwicklungspotenzial besitzen und uns auf Dauer begleiten werden. Auch das scheint mir ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen."

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