Bibliothek des Jahres 2019

Die Krone geht an Berliner Bibliothek

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) ist die "Bibliothek des Jahres 2019". Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert und wird vom Deutschen Bibliotheksverband (dbv) und der Deutschen Telekom Stiftung vergeben.

Außenansicht der Berliner Statdtbibliothek der ZLB

Außenansicht der Berliner Statdtbibliothek der ZLB © ZLB

Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) wurde von der Jury einstimmig aus einem exzellenten Bewerberfeld ausgewählt, so die dbv-Mitteilung. Die Jury unter Vorsitz des dbv-Präsidenten Frank Mentrup würdigte mit dieser Entscheidung, dass die Bibliothek auf beispielhaft strategische Weise mit ihren neu entwickelten partizipativen Angeboten und digitalen Services laufend auf die gesellschaftlichen und medialen Veränderungen reagiert und sich so als öffentlichen Ort mitten in der Stadtgesellschaft positioniert.

Die Arbeit der ZLB fuße auf drei programmatischen Säulen:

  • als Ort der Informations- und Wissensversorgung
  • als Arbeitsort der Produktivität
  • und als Forum der Stadtgesellschaft

Die ZLB habe die Herausforderungen sich verändernder gesellschaftlicher und medialer Rahmenbedingungen angenommen. Durch die Umgestaltung ihrer Kernprozesse biete sie neue Zugänge zu bibliothekarischen Angeboten und Funktionen.

"Das Erfolgsrezept der Bibliothek ist ihre Gesamtkonzeption, die konsequent umgesetzt und stringent angewendet wird", so Andreas Degkwitz, Bundesvorsitzender des dbv.

Die ZLB unterstütze mit ihrer Arbeit sowohl die individuelle Entwicklung des Einzelnen als auch die Weiterentwicklung des demokratischen Gemeinwesens − genannt wird etwa der seit 2017 systematisch aufgebaute Arbeitsbereich "Community-Projekte", in dem sie gemeinsam mit Kooperationspartnern und Bürgerinnen und Bürgern attraktive Angebote für Meinungsbildung und Meinungstausch schaffe.

Ausbau des digitalen Bestands

Weiter gelinge es der ZLB "ganz hervorragend, eine erfolgreiche Verbindung analoger und digitaler Angebote herzustellen", erklärt Ekkehard Winter, Geschäftsführer Deutsche Telekom Stiftung und Mitglied der Jury. Mit dem Projekt "Digitale Welten" etwa wurde der digitale Bestand ausgebaut: neben digitalen Lesemedien auch Hörangebote, E-Learning und online-Filme. Als erste deutsche Bibliothek bot sie gemeinsam im Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins den Streamingdienst "filmfriend" an und mit AVA (Audio Visual Archive) werde nun auch Zugang zu europäischem und internationalem Arthouse Kino geboten. Die digitale Landesbibliothek biete Zugriff auf zahlreiche retro-digitalisierte Quellen zur Berliner Stadt- und Regionalgeschichte. Wichtiger werde wird auch die Kompetenzvermittlung digitaler Kulturtechniken. Neben der Nutzung von mobilen Endgeräten durch alle Bibliothekskunden können Besucherinnen und Besucher das Coding oder die Möglichkeiten von VR-Technik kennenlernen.

Viele Angebote und Services, die aus der Strategie heraus entwickelt wurden, seien Vorbild für andere Bibliotheken.

Shared Reading in der Amerika Gedenkbibliothek

Shared Reading in der Amerika Gedenkbibliothek © ZLB; Foto: Vincent Mosch

Sonntagsöffnung

Die Öffnung der Bibliothek an Sonntagen seit Herbst 2017 setzte ein starkes Signal und habe Beispielcharakter. Die ZLB setzt mit Berliner Initiativen und Einzelpersonen jeden Sonntag ein Veranstaltungsprogramm durch Dritte um, das die Bibliotheksräume auch sonntags zum offenen Forum für die Stadtgesellschaft macht. Somit dokumentiere sie den Bedarf der Bevölkerung an eine Sonntagsöffnung von Stadtbibliotheken.

International stark beachtet war die im dänischen Aarhus entwickelte interdisziplinäre Werkstattkonferenz "Next Library Conference", die die ZLB im letzten Jahr unter dem Motto "Erwarte das Unerwartete" in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturprojekte Berlin in eigens entwickeltem Outdoor–Campus in Berlin durchgeführt hatte. In das sich anschließende 1. Berliner Bibliotheksfestival war auch die Stadtgesellschaft in vielfältiger Weise einbezogen.

Zum Preis

Alle nominierten Bibliotheken wurden nach folgenden Kriterien bewertet: die Qualität und Innovation der bibliothekarischen Arbeit, ihr kreativer Einsatz von digitalen Möglichkeiten, ihre Zukunftsorientierung, ihre nachhaltige Wirkung, ihre attraktiven Serviceleistungen, ihre medienwirksame Öffentlichkeitsarbeit, ihr internationales Engagement und ihre lokale, regionale und internationale Vernetzung.

Die Jury setzte sich zusammen aus Vertretern des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Kultusministerkonferenz, des Deutschen Städtetages, der Deutsche Telekom Stiftung, des Dachverbandes Bibliothek & Information Deutschland und des Deutschen Bibliotheksverbandes.

Ort und Termin der Preisverleihung:

Berlin, 24. Oktober 2019, Ort und Uhrzeit werden noch bekannt gegeben.

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