Preiserhöhungen bei Büchersendung

Post gewährt Aufschub bis Jahresende

Die Deutsche Post räumt ihren Kunden bei den Bücher- und Warensendungen eine Übergangsfrist bis zum Jahresende ein. "Das ist ein erster Schritt, aber nicht ausreichend", erklärt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Der Börsenverein hatte Beschwerde bei Bundeskartellamt gegen die geplanten Änderungen eingereicht.

Büchersendungen sollen deutlich teurer werden als bisher

Büchersendungen sollen deutlich teurer werden als bisher © pg

Als Grund führt die Deutsche Post in einer Mitteilung an, dass die vorgesehenen geänderten Preise und neue Maximalmaße (L: 353 x B: 250 x H: 50 mm), "für einige Kunden, insbesondere aus dem Buchhandel, Herausforderungen mit sich bringen, die dazu führen, dass die Umstellung beim Versand nicht rechtzeitig zu diesem Stichtag erfolgen kann". Daher habe man sich dazu entschlossen, den Kunden eine Übergangsfrist bis zum Jahresende einzuräumen und in dieser Zeit auch die bisher angebotenen sechs Produkte im Bereich der Bücher- und Warensendungen weiter anzunehmen und zu befördern.

Zum 1. Juli treten die weitgehenden Änderungen im Bereich der Bücher- und Warensendungen daneben in Kraft − mit den beiden neuen Produkten: Die "Bücher- und Warensendung bis 500 Gramm" und die "Bücher- und Warensendung bis 1000 Gramm" (siehe Archiv). Dies war auf heftige Kritik aus der Buchbranche gestoßen.

Was heißt das nun in Bezug auf die Übergangsfrist? Neben den beiden neuen Produkten, die wie gesagt zum 1. Juli eingeführt werden, könnten Kunden parallel bis zum Jahresende auch die sechs bisherigen (zwei Büchersendungs- und vier Warensendungsprodukte) nutzen, erklärt ein Post-Sprecher auf Anfrage von Börsenblatt Online. Und das zu den bisherigen Bedingungen (bei Maßen, Gewichten und Preisen). Damit gebe es ab 1. Juli in der Übergangsfrist acht Produkte, so der Sprecher. Die alten Produkte werde man allerdings nicht mehr aktiv bewerben. Ist denn dann überhaupt damit zu rechnen, dass die neue "Bücher- und Warensendung" genutzt wird? Man werde beobachten, wie die beiden neuen Produkte von den Kunden angenommen werden, so der Sprecher. 

Umstellung ab Januar 2020

Ab dem 1. Januar 2020 werde die Deutsche Post nur noch die beiden Produkte "Bücher- und Warensendung bis 500 Gramm" (1,90 Euro) und die "Bücher- und Warensendung bis 1000 Gramm" (2,20 Euro) für den Versand von Büchern und Waren akzeptieren, heißt es weiter.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, sagt dazu: "Das ist ein erster Schritt, aber nicht ausreichend. Wir erwarten eine dauerhafte Lösung, die eine Benachteiligung gerade der kleinen und mittelgroßen Buchhandlungen und Verlage beim Buchversand verhindert und deren Wettbewerbsfähigkeit sichert. Deshalb haben wir Beschwerde beim Bundeskartellamt eingelegt und werden uns mit allen Mitteln für eine Lösung einsetzen."

 

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13 Kommentar/e

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  • Rainer Kocherscheidt

    Rainer Kocherscheidt

    "Daher habe man sich dazu entschlossen, den Kunden eine Übergangsfrist bis zum Jahresende einzuräumen und in dieser Zeit auch die bisher angebotenen sechs Produkte im Bereich der Bücher- und Warensendungen weiter anzunehmen und zu befördern."
    Wie großzügig! Das heißt lediglich, daß das Problem verzögert wird, und, daß trotzdem in absehbarer Zeit viele umfangreichere Bücher, sowie Noten, leichte Bildbände und sogar Bilderbücher aufgrund ihres Formats nur noch als Päckchen verschickt werden können, und das obwohl sie leichter sind als 1000 Gramm. Möglich, daß Verlage relativ flott eine brauchbare Versandkostenmatrix entwickeln können. Antiquariate aber, oft mit Beständen von 10.000en
    von individuellen Titeln und Formaten, die rückwirkend zu bearbeiten menschenunmöglich ist oder
    sehr teuer, werden nur mit Pauschalen arbeiten können, die unter dem Strich den Kauf von billigen Büchern für den Kunden uninteressant machen werden und per se unfair sind.
    Der Effekt: Bücher werden für den Kunden teurer. Die Vielfalt wird leiden. Die Bildung wird leiden.
    Die Deutsche Post hat offenbar den eigentlichen Grund für die seinerzeitige Einführung von vergünstigten Versandformen für Bücher vergessen: die Förderung der Volksbildung! Jeder und jede überall im Lande, ob in Städten oder entlegenen Regionen, sollte die gleiche Möglichkeit erhalten, sich zu bilden, sich zu untehalten und zu informieren. Ein Erfolgsmodell, welches jetzt zugunsten des Profits eingeschränkt werden soll!

  • Ursula Welsch

    Ursula Welsch

    Ich bin verwirrt: Was heisst das jetzt genau?
    - Darf ich auch nach dem 1.7. noch Büchersendungen bis 500g zum Preis von 1,20 Euro verschicken?
    - Darf ich dasselbe Buch weiterhin ins weltweite Ausland für 3,20 Euro verschicken?
    Mich würde der Link auf die entsprechende Pressemitteilung der Post interessieren. Auf der WEbsite der Post stehen die alten Preise nach wie vor als gültig und es unklar, was durch was abgelöst wird.

  • Redaktion

    Redaktion

    @Ursula Welsch - Laut Auskunft der Post werden die Änderungen zum 1. Juli eingeführt, aber parallel dazu können Kunden bis zum Jahresende auch noch die bisherigen Produkte zu den gleichen Bedingungen nutzen. Wir haben den Text damit ergänzt.

  • Frank

    Frank

    Preiserhöhungen sind immer ärgerlich für Kunden aber 1,20€ um ein Buch durch D zu transportieren was dann meistens nicht mal in den Briefkasten passt bringt schlichtweg Verlust. Warum soll die deutsche Post den Buchhandel subventionieren ? Welche Dienstleistung in Europa bekommt man überhaupt für so wenig Geld ? Das diese Dumpingpreise nicht in Stein gemeisselt sind ist also logisch. Was ich allerdings auch Ungerecht finde ist das Amazon und andere "Großunternehmen" viel weniger bezahlen und der Mittelstand diese Dumpingpreise noch mitsubventionieren soll. Das kann nicht sein. Fakt ist das der Versand für so lächerliche Preise nicht weitergehen kann. Ich hoffe dann aber das alle gleich behandelt werden und die Großen endlich an den Logistikkosten mit beteiligt werden.

  • HelenH

    HelenH

    Heute nachmittag bei meiner Postfiliale hatte man noch nichts davon gehört, dass die alten Büchersendungen weiter gelten. Ich bekam sogar ihre interne Preisliste zu sehen, laut der es dieses Produkt nicht mehr gibt. Da bin ich ja mal gespannt, ob das denn wirklich klappt, wenn noch nicht mal die Angestellten informiert werden.

  • Tom Teff

    Tom Teff

    Es wird teurer. Ja, das passiert. Aber wer das denken mag hat die Änderung nicht verstanden.
    Das Format (Volumen) der Bücher-/Warensendung wird der Art reduziert das sehr viele Sendungen einfach nicht mehr Versendbar sind und die nächst mögliche Alternative der teurere Paket/Päkchenversand ist.
    Ein Schlag in das Gesicht von kleinen und mittleren Unternehmen die eben nicht den Paketpreis diktieren können, wie es z.B. ein Amazon kann. Von der subventionierten Konkurrenz aus Hongkong fange ich lieber gar nicht an.
    Diese "Anpassung" ist für viele Unternehmen mittelfristig vernichtend!

  • Thomas Ulrich

    Thomas Ulrich

    Mein Postamt jedenfalls hatte heute von der Übergangsfrist noch nichts gehört und verlangte das Porto für die Neuregelung...

  • Steffen Harth

    Steffen Harth

    Wie schön, dass die Frankiermaschinenhersteller seit gestern nur noch die neue Frankatur anbieten und nur auf Nachfrage bekannt geben, dass sie die "Übergangslösung" erst wieder einspielen müssen... "irgendwann"...
    Wer trägt jetzt die Mehrkosten bis dahin? Briefmarkenkleben macht für uns keinen Sinn.

  • Steffen Harth

    Steffen Harth

    Für alle, die es gegenüber Ihrer Post schwarz auf weiß benötigen, s. Link. Ganz unten.

  • Steffen Harth
  • R. K.

    R. K.

    Heute bei der Postzentrale beschwert weil die Filiale die Annahme einer alten Warensendung verweigert hat.
    Antwort: Die Übergangslösung gilt nur für Frankiersysteme.

    Ja was denn nun? Nirgends wird auf diese Frankiersysteme hingewiesen. Werde mich fügen und nur noch nach den neuen Bedingungen versenden. Die Filiale hat mich auch aus anderen Gründen vorerst das letzte Mal gesehen. Alles was nicht in den Schlitz der kleinen Briefkästen passt wird ab sofort mit hermes und co auf Reisen gehen.

  • Petra G.

    Petra G.

    Büchersendung wurde zu den alten Preisen nicht angenommen (Radebeul). Als Antwort bekam ich "Die alten Preise gelten nur für Online-Frankierung". Ist das richtig? Ich finde nirgends eine Antwort. Werde auch noch eine Beschwerde an die Deutsche Post senden.

  • Late Print - Ines Willing

    Late Print - Ines Willing

    Hallo,
    versende seit 30 Jahren privat gebrauchte Bücher und kaufe natürlich auch jede Menge - wer möchte denn soviel für den Versand bezahlen - gebrauchte Bücher dann am besten nur noch verschenken bzw. wegschmeißen?!
    Sehr traurig - selbst bei Bildung und Kultur werden wir dann Wegwerfgesellschaft sein...

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