Buchhandlung Lesekatze

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Neustart in Alzenau

Christine Kelm hat 2015 ihre Buchhandlung Lesekatze in Alzenau eröffnet. Ein Gespräch über den turbulenten Neuanfang in der unterfränkischen Kleinstadt, bei dem auch das Buchjournal zum Einsatz kommt. TONI HECHT

© privat

Sie haben 2015 ihre Buchhandlung Lesekatze im bayerischen Schöllkrippen geschlossen und die Buchhandlung Das Buch in Alzenau übernommen. Haben Sie die richtige Entscheidung getroffen?
Ich bin sehr froh, diese Frage mit »Ja!« beantworten zu können. Vorher hatte ich zwei Jahre lang parallel zwei Buchhandlungen, was für mich nicht funktionierte: Ich konnte mich auf beide gleichzeitig nicht ausreichend konzentrieren. Dann habe habe ich mich von meiner ersten Buchhandlung in Schöllkrippen verabschiedet, die ich ja lange geführt hatte. Seitdem läuft es super: Wir haben in der »neuen Lesekatze« stetige Umsatzzuwächse, sind hier mittlerweile fest verwurzelt und freuen uns über einen wachsenden Kundenstamm. So, wie es jetzt ist, ist es richtig.

Was haben Sie getan, um in Ihrer neuen beruflichen Heimat anzukommen?
Wir hatten Glück: Die Menschen hier sind hier sehr offen. Alzenau ist ja ein Städtchen mit touristischer Anziehungskraft. Unsere Buchhandlung liegt direkt unterhalb der Burg, viele Besucher schauen auf ihrem Weg dorthin bei uns rein. Wir dekorieren das Schaufenster mit Büchern zum Thema Klettern und Bergtouren und verkaufen die Titel erstaunlicherweise wie verrückt. Ansonsten bieten wir für jeden Leser etwas an: für die Einheimischen ebenso wie für die Touristen, von der hochpreisigen Belletristik bis zum Taschen- und Kinderbuch. Wir mussten uns aber natürlich schon was einfallen lassen, um hier so richtig Fuß zu fassen.

Und was genau haben Sie sich einfallen lassen?
Wir haben vor allen Dingen eine enges Netzwerk vor Ort aufgebaut: Wir organisieren Veranstaltungen in Kooperation mit der Stadtbibliothek, gerade hatten wir Martin Walker zu Gast. Oder wir laden gemeinsam mit anderen Institutionen vor Ort ein, in Kooperation mit einem guten Restaurant planen wir gerade eine Veranstaltung zum Gastland Norwegen. Es gibt leckere norwegische Gerichte und wir wählen die dazu passende Literatur aus. Auch mit der Stadt selbst arbeiten wir zusammen: Wir organisieren einen literarischen Spaziergang durch Alzenau, der Bürgermeister liest und der örtliche Winzer bietet dazu eine Weinverkostung an. Kurz gesagt: Wir setzen auf Kooperation, und das funktioniert hervorragend.

© privat

Sie setzen in der Kommunikation auch das Buchjournal ein – inwiefern lohnt sich das für Sie?
Ich habe Anfang des Jahres bei der MVB einen Tagesworkshop zu dem Thema gemacht, der mir überraschend viel gebracht hat und den ich nur empfehlen kann. Seitdem setze ich das Buchjournal intensiver und zielgerichteter ein und nutze alle Individualisierungsmöglichkeiten: Ich schreibe das Vorwort, stelle neue Mitarbeiter vor, gebe Veranstaltungstipps, Infos zu neuen thematischen Schwerpunkten oder teile andere Neuigkeiten aus der Lesekatze mit.

Und – merken Sie einen Unterschied zu vorher?
Auf jeden Fall. Ich bekomme sehr viel positive Resonanz und es passiert gar nicht so selten, dass ein Kunde mit einer herausgerissenen Buchjournal-Seite zu mir kommt und ein Buch bestellt.

Und wie bringen Sie das Buchjournal unter die Menschen? 
Das ist nicht schwer. Wir präsentieren es am Eingang und viele Kunden nehmen es gleich selbst dort mit. Außerdem lege ich es an unseren Abholstationen in Bäckereien und in Büchereien und Bibliotheken der Umgebung aus – es ist überall schnell vergriffen. Manchmal kombiniere ich auch unseren Veranstaltungsflyer mit dem Buchjournal und lege beides Bestellungen bei, die wir ausliefern. Auf jeden Fall muss ich jetzt meine Bezugsmenge erhöhen, damit wir ein bisschen länger etwas davon haben.

Christina Kelm
Christina Kelm wurde 1965 geboren und arbeitete nach ihrem Schulabschluss zunächst als ausgebildete Chemielaborantin. 1995 sattelte sie um: Sie absolvierte eine Buchhandelslehre in Hanau und eröffnete im Alter von 42 Jahren ihre erste eigene Buchhandlung in Schöllkrippen. Seit 2015 betreibt sie die Buchhandlung Lesekatze in Alzenau.

BUCHJOURNAL
Kundenmagazin für das unabhängige Sortiment
Erscheinungsweise: 6-mal pro Jahr; zusätzlich 2-mal pro Jahr »Kids & Teens«, »Lesewinter«
Umfang: 68 – 84 Seiten
Auflage: 250 000 Exemplare 
Reichweite: 1,29 Mio. Leser pro Ausgabe 
Verbreitung: mehr als 2 400 Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum
Individualisierung: ab 200 Exemplare
meinbuchjournal.de

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