#bubla-SiegerInnen im Interview (2/4)

Die lesende Käthe: "Literatur jeder Couleur"

Katharina Severa bloggt seit anderthalb Jahren. Auf der Frankfurter Buchmesse 2019 wurde die Übersetzerin und Korrektorin mit dem Buchblog-Award in der Kategorie Newcomer ausgezeichnet. Wir stellen "Die lesende Käthe" vor.

Die lesende Käthe: Katharina Severa

Die lesende Käthe: Katharina Severa © Katharina Severa

Stellen Sie sich und Ihren Blog kurz vor.
Mein Name ist Katharina Severa, ich bin gebürtig aus dem Kraichgau, lebe aber schon seit einigen Jahren in Leipzig. Ich bin als Übersetzerin und Korrektorin tätig. Vor einem Jahr habe ich meinen Blog www.dielesendekaethe.de gestartet. Mit dem Gedanken eines Buchblogs hatte ich mich schon länger getragen, die Initialzündung kam jedoch erst mit der Leipziger Buchmesse 2018. Ich habe da zum ersten Mal wirklich über ein mögliches Wie und Was nachgedacht und schließlich die Entscheidung getroffen, dass der Blog mein normales Leseverhalten widerspiegeln soll, also Literatur jeglicher Couleur besprechen. Mir war es aber genauso von Anfang an wichtig, über den literarischen Tellerrand zu blicken und offen für andere Inhalte zu sein. So habe ich zum Beispiel auch schon Filme vorgestellt oder über gesellschaftliche Themen geschrieben, die mir akut unter den Nägeln brannten.

Was ist das Besondere / Typische an Ihrem Blog?
Es gibt so viel Literatur zu entdecken und spannende Themen aufzugreifen, dass ich mich bewusst dafür entschieden habe, in meinem Blog keinen Schwerpunkt zu setzen. Dafür bin ich außerdem zu sehr Allesleserin – mich auf ein Genre, eine Epoche oder sonst etwas festzulegen, würde enorm einengen. Allerdings ging der Blog online, als im Rahmen der Leipziger Buchmesse das Gastlandjahr „Ahoj Leipzig 2019“ begann. Da ich tschechische Wurzeln habe, war der Gastlandauftritt Tschechiens für mich mit besonderen Emotionen verbunden und ich habe der Literatur des Landes verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt. Diesen kleinen Fokus möchte ich künftig auch beibehalten. Darüber hinaus stelle ich gelegentlich Buchhandlungen vor, was sicherlich eine Besonderheit ist.

Wie integrieren Sie den Kanal in Ihren (Arbeits-)Alltag?
Das ist zugegeben gar nicht unbedingt so einfach. Während Instagram schneller und einfacher zu handhaben ist, brauche ich für den Blog deutlich mehr Zeit und die habe ich meistens nur am Wochenende. Es ist zudem so, dass ich bereits berufsbedingt acht Stunden täglich vor dem Bildschirm sitze und nach Feierabend dann gerne Abstand dazu halte… Auf Instagram bin ich daher eigentlich jeden Tag aktiv, während auf dem Blog nur etwa drei bis vier Beiträge pro Monat erscheinen. Ich würde die Frequenz gerne erhöhen, wüsste momentan jedoch schlichtweg nicht wie.

Welches Format kommt bei Ihren Followern am besten an? Lassen Sie sich davon beeinflussen?
Die Reichweite auf Instagram ist natürlich viel größer als mit dem Blog und somit auch der Grad der Interaktion. Insofern ist dieses Format lebendiger und in der Folge wahrscheinlich bei den Followern beliebter. Allerdings ist Instagram naturgemäß schnelllebiger: was heute aktuell ist, ist morgen schon wieder vergessen. Das finde ich oft schade und bin deshalb froh, zwei Kanäle zu haben, auf denen ich mich mitteilen kann. Ich wäge demgemäß genau ab, was wo gepostet wird.

Welches Format ist Ihnen persönlich am liebsten?
Diese Frage ist leicht zu beantworten: Mir sind beide Formate gleich lieb, denn sie haben unterschiedliche Vorzüge. Bei Instagram ist das unter anderem die unkomplizierte Interaktion mit den Followern, auf dem Blog dagegen haben die Beiträge zum Beispiel mehr Beständigkeit.

Wem hätten Sie den Sieg beim BuBla von Herzen gegönnt?
Als die Finalisten und Finalistinnen bekannt gegeben wurden, habe ich mir logischerweise sofort ein ausführliches Bild von der Konkurrenz (in der Kategorie Newcomer) gemacht – wie es wahrscheinlich alle getan haben. Dabei kristallisierten sich rasch mehrere persönliche Favoriten heraus, bei denen ich verdiente Chancen auf den Gewinn sah. Meine größten Sympathieträgerinnen waren Nina von Ninas Buchblog und Maria von Female Writers Club.

Wo finden Sie Inspiration für neue Posts?
Die Antwort darauf fällt reichlich unspektakulär aus: überall. Natürlich durchforste ich Verlagsvorschauen, stöbere in Buchläden oder verfolge die Beiträge anderer BuchbloggerInnen. Aber Inspiration liefern auch das Tagesgeschehen, Filme, Museumsbesuche, Gespräche usw.

Ihre persönliche Kosten-Nutzen-Rechnung: Bloggen macht furchtbar viel Arbeit – warum lohnt sich es für Sie trotzdem?
Ich stelle eine solche Kosten-Nutzen-Rechnung gar nicht erst auf, weil ich finde, dass nicht immer alles einen Nutzen haben muss. Außerdem ist das Bloggen einfach eine Erweiterung meiner Leseleidenschaft und Leidenschaften haben in meinen Augen keinen sogenannten Nutzen. Sie bedeuten einfach Freude und bereichern das Leben.

Das hätte ich gerne gewusst, bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe: 
Da fällt mir spontan nichts ein. Ich habe quasi als Feldversuch zunächst mit einem Instagram-Kanal angefangen und mich an die Sache herangetastet, erst ein halbes Jahr später dann habe ich die Idee mit dem Blog umgesetzt. Davor habe ich genau hingesehen, wie andere das machen: Welche Inhalte teilen sie? Wie ziehen sie das Ganze auf? Welche Schwerpunkte werden gesetzt? Usw. Und ich begriff schnell, dass das Motto lautet: Mach dir die Blogwelt, wie sie dir gefällt. Kleinere Fallstricke hat es selbstverständlich gegeben und gibt es immer noch, allerdings nichts Gravierendes.

Welches Format würden Sie gerne mal austesten, kamen aber noch nicht dazu?
Grundsätzlich fände ich YouTube interessant, weil Videos ein spannendes Medium sind. Die Kombination aus Bewegtbild und gesprochenem Text hat eine ganz andere Dynamik als Foto plus Geschriebenes. Mit meinen beiden Formaten – klassischer Blog und Instagram – bin ich aber ausreichend ausgelastet und strebe nicht an, auf weiteren Kanälen aktiv zu werden. Doch man soll ja niemals nie sagen…

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