Black Friday

Osiander hält mit "Better Friday" dagegen

Am 29. November lockt der Einzelhandel am "Black Friday" tausende Kunden mit Angeboten in die Läden. Die große Rabattschlacht wird wieder online toben. Im vergangenen Jahr wurden rund 2,4 Milliarden Euro an dem Wochenende umgesetzt, dieses Jahr könnte es noch mehr werden. Derr Buchhändler Osiander will mit einem "Better Friday" ein Zeichen gegen den "Konsumwahnsinn" an diesem Tag setzen − eine clevere Marketingaktion.

Ausschnitt von der Osiander-Website

Ausschnitt von der Osiander-Website

Am Black-Friday-Wochenende im vergangenen Jahr hätten die deutschen Händler rund 2,4 Milliarden Euro umgesetzt, berichtet die Shopping-Plattform mydealz.de. Wenn sich das Wachstum der nächsten fünf Jahre fortsetze, dann könnte die Einnahmen in diesem Jahr auf 3,3 Milliarden Euro steigen. Vor allem werden Bekleidung und Schuhe gekauft − preisgebundene Bücher kommen als Schnäppchen natürlich nicht in Frage. Dabei würden vor allem die Tage vor dem Black Friday für die Handel immer wichtiger, wie eine Analyse der eigenen Plattform zeige, so mydealz. Der Black Friday sei aber weiterhin der wichtigste Tag der Cyber Week. Seine Funktion als "Leuchtturm" dürfte der Tag auch in den kommenden Jahren beibehalten, so die Plattform, allerdings würden die umliegenden Tage stärker an Relevanz gewinnen.

Den "Black Friday" kennt hierzulande inzwischen fast jeder. Der größte Anteil der Nicht-Kenner zeigt sich mit lediglich 6,3 Prozent bei den ab 65-Jährigen. Bei der Altersgruppe der 25−34-Jährigen gibt es praktisch niemanden, der den Tag nicht kennt. Das zeigt eine Erhebung von Statista.

Auf die Frage "Werden Sie voraussichtlich am Black Friday am 29. November einkaufen?" antworteten dabei nach Altersgruppen mit "Ja":

  • 16−24 Jahre: 59,0 Prozent
  • 25−34 Jahre: 60,9 Prozent
  • 35−44 Jahre: 52,8 Prozent
  • 45−54 Jahre: 39,3 Prozent
  • 55−64 Jahre: 36,3 Prozent
  • ab 65 Jahre: 28,5 Prozent

"Better Friday" bei Osiander

Der Black Friday locke mit Schnäppchen und Sonderangeboten bis zum Umfallen, schreibt Osiander in einer Mitteilung. Um ein Zeichen gegen den "Konsumwahnsinn an diesem Tag zu setzen und gleichzeitig der Umwelt zu helfen", veranstaltet der Filialist einen "Better Friday": Für jeden Einkauf am 29. und 30. November spendet Osiander 10 Cent an die Organisation "One Earth One Ocean", die Meere, Flüsse und Seen von Verschmutzung durch Plastik befreit. Das gelte für jedwege Einkäufe online oder in einer Filiale vor Ort. Eine clevere Marketingaktion, die letzlich natürlich auch für Konsum sorgen soll.

"Uns ist es sehr wichtig, durch Plastikvermeidung einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Deshalb haben wir die Plastiktüten in unseren Filialen größtenteils abgeschafft und setzen bei unseren Gutscheinkarten auf Graspapier und kompostierbares Holzabfallmaterial", sagt Osiander-Geschäftsführer Christian Riethmüller. "Außerdem hilft es auf Dauer niemandem, wenn Produkte zu immer günstigeren Preisen verkauft werden – darunter leiden Produzenten, Händler und am Ende auch die Kunden, die sich mit schlechterer Qualität abfinden müssen."

Alle Infos zur Aktion sowie Idee, wie jeder Einzelne Plastik und Abfall vermeiden kann, finden sich hier.

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2 Kommentar/e

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  • rainer groothuis

    rainer groothuis

    DAS ist doch mal eine großartige Idee, Respekt. Auch die Herleitung und Begründung auf der Osiander-Seite ist gut. Dass die Aktion AUCH Marketing ist - ja, und? Besser Verkaufe UND »Green Washing« als nix tun, oder?

  • Der Ex

    Der Ex

    Eine clevere Marketingaktion aus Tübingen, die irgendwie vernachlässigt, dass es jahrelang Firmenpolitik war, jedem Kunden, jeder Kundin eine Plastik-Tragetasche anzubieten.
    Aber immerhin - besser spät als nie.

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