Interview mit Susanne Meinel

"Pressemitteilungen von der Zielgruppe aus denken"

Pressemitteilungen schreiben gehört für PR-ArbeiterInnen in Verlagen zum Alltag. An Praxistipps mangelt es nicht. Im Alltag werden trotzdem oft grundlegende Fehler, beobachtet Susannel Meinel vom Projektkontor.  FRAGEN: KAI-UWE VOGT

Susanne Meinel

Susanne Meinel © Projektkontor Susanne Meinel

Dos and Dont´s der Pressearbeit. Dazu gibt es ja zahlreiche Praxistipps. Was sind denn für Sie die Kernempfehlungen für alle, die in der Presseabteilung eines Verlages arbeiten?
Das stimmt, solange ich in der Buchbranche tätig bin, gibt es solche Praxisempfehlungen und natürlich tauchen da auch immer ähnliche Tipps auf. Die wichtigste Empfehlung aus meiner Sicht ist und bleibt aber, dass es ganz egal ist, mit welchem Thema ich an die Öffentlichkeit treten möchte. Bevor ich das tue, muss ich mir Gedanken darüber machen, wen ich mit meinen Botschaften erreichen möchte, also für welche Zielgruppe ich sie formuliere.

Klingt ein bisschen nach Binsenweisheit….
Und trotzdem passiert es im Alltagsstress immer wieder, dass man plötzlich schon über konkrete Maßnahmen nachdenkt, weil sie so schön zum Titel passen, der in den Medien platziert werden soll, beim letzten Mal so gut funktioniert haben, was auch immer. Und dann macht man eben Schritt 3 vor Schritt 1 und steckt schon mitten in der konkreten Umsetzung, bevor man sich über Ziele und Zielgruppen klar geworden ist. Hier sei noch angemerkt: Im Idealfall erfolgen diese Überlegungen natürlich schon bei der Programmplanung…
Und daran möchte ich gleich noch die nächste vermeintliche Selbstverständlichkeit anschließen: alle Kommunikationsaktivitäten von der Zielgruppe aus zu denken: Angefangen bei der Auswahl der Medien über die Tonalität der Texte bis hin zur Planung von Veranstaltungen. Auch das ist oft schwieriger umzusetzen, als man denken könnte. Denn wie oft passiert es dann doch – und sicher fast immer ohne Absicht, dass Pressemitteilungen sehr aus der Innensicht formuliert werden. Dass ein Buch in der Süddeutschen platziert werden soll, weil es Autor oder Autorin sich so sehr wünschen, auch wenn es vielleicht viel besser in der regionalen Presse aufgehoben wäre.

Dann gehen wir doch jetzt mal vom Idealfall aus: Ziele und Zielgruppen sind definiert, die Botschaften zielgruppengerecht formuliert. Welche Tipps haben Sie denn für die konkrete Umsetzung, vielleicht mal mit einem Fokus auf Veranstaltungen, die ja immer wichtiger werden?
Das stimmt, denn Lesungen und alle Veranstaltungen rund um Bücher bieten einfach tolle Erlebnisse, die viele Menschen suchen. Und es gibt so viele unterschiedliche Formate, die man je nach Thema, Autor und Autorin und – ja, auch hier passt das – Zielgruppe umsetzen kann. Für mich bleibt gerade auch in diesem Bereich die Pflege der Kontakte zu den entsprechenden Veranstalterinnen und Veranstaltern entscheidend. Schließlich macht es Spaß, in gut eingespielten Strukturen zu arbeiten und gemeinsam Veranstaltungen zu entwickeln und zu planen, wenn man sich aufeinander verlassen kann. Die Suche nach neuen Kooperationspartnern ist dann sozusagen die andere Seite der Medaille. Denn neue Kooperationen frischen diese gut eingespielten Settings dann immer mal wieder auf, es entstehen vielleicht nochmal ganz neue Ideen und nicht zuletzt bietet sich die Chance, die eigene Zielgruppe zu erweitern.

Börsenblatt-Webinar am 17. Januar

Mehr zum Thema gibt es im einstündigen Börsenblatt-Webinar „Dos and Don'ts in der Verlags-PR – bessere Pressemitteilungen schreiben“ am Freitag, 17. Januar von 11 bis 12 Uhr. In Kooperation mit dem mediacampus frankfurt.

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