Schriftsteller fordern Solidarität wegen des Corona-Virus

"Für den Erhalt der lebendigen, freien und vielfältigen Kultur"

Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller sieht in den Maßnahmen gegen die Verbreitung von Corona eine Gefahr für irreparable Schäden im Kulturbereich. Er fordert kurz- und mittelfristige Hilfestellungen von Verlagen, öffentlicher Hand, Verwertungsgesellschaften und den Medien; unter anderem die Senkung des KSK-Mindestverdienstes für 2020 und die Notfallkasse für Kulturschaffende.

Kulturschaffende sollen durch die Corona-Krise nicht noch mehr unter Druck geraten

Kulturschaffende sollen durch die Corona-Krise nicht noch mehr unter Druck geraten © tonodiaz / depositphotos

Lesungen, Literaturfestivals, Preise und eine ganze Menge anderer Veranstaltungen sind abgesagt. Beschäftigte im Kultur- und Literaturbetrieb stellt das vor ein großes finanzielles Problem. Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) fordert neben einer Notfallkasse für existentiell bedrohte Kulturschaffende und -betriebe auch die Senkung des Mindestverdiensts für die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse.

"Kultur ist mit ca. 1,7 Millionen Kernbeschäftigten insgesamt (und davon ca. 500.000 Soloselbständigen) nicht nur drittstärkster Wirtschaftsfaktor (in Deutschland), sondern auch Grundnahrungsmittel einer freien und demokratischen Gesellschaft – und wird, gerade jetzt, wenn Sozialkontakte vermieden werden sollen und die häusliche Freizeit gefüllt werden will, mehr denn je genutzt werden“, so der Verband.  "Gleichzeitig werden Autor*innen und Künstler*innen dabei hohe Verluste durch ausfallende Engagements erleiden. Diesen Widerspruch gilt es aufzulösen – denn wer die Kultur für morgen erhalten will, sollte sich heute für sie einsetzen.“

Der VS nimmt nicht nur Kunstschaffende, sondern explizit auch Interessensvertretungen, die öffentliche Hand, die Gesellschaft, Medien und Institutionen in die Verantwortung – „für den Erhalt der lebendigen, freien und vielfältigen Kultur.“

Der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller fordert:

  • Eine Notfallkasse des Bundes für existentiell bedrohte freie Kulturschaffende und -betriebe, nicht nur für Schriftsteller;
  • Öffentliche Gelder im Kulturbereich müssen weiterfließen, auf Rückforderungen bei ausgefallenen Veranstaltungen sollte verzichtet werden;
  • Reduzierung oder Aussetzung des Mindestverdienstes zur Berechnung der Mitgliedschaft in der KSK.

Dafür hat der Verband auch eine "Handreichung für die Unterstützung selbstständiger und freier Kulturschaffender“ verfasst, der Maßnahmen beinhaltet, die Kulturschaffende unterstützen sollen. Dazu gehört unter anderem die Ausfalldokumentierung von Veranstaltungen wie Lesungen, die Autoren vor ein großes finanzielles Problem stellt, sowie Forderungen an die Verlage, Verwertungsgesellschaften, Künstlersozialkasse und Organisationen.

Außer der oben genannten Forderungen, bittet der VS Verlage beispielsweise dazu, Tantiemen nicht erst nach dem Stichtag des 31.12. auszuschütten, sondern bereits jetzt kurzfristig Abschlagszahlungen zu leisten. Die Öffentlichkeit wird gebeten, bereits bezahlte Tickets ausgefallener Veranstaltungen aus Solidarität nicht zurückzufordern.

Die gesamten Forderungen und die Handreichung beziehungsweise der Maßnahmenkatalog finden sie hier.

 

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