Europäische Verlage wollen nach Frankfurt kommen

"Die Buchmesse ist ein unverzichtbarer Treffpunkt"

16. Juni 2020
von Börsenblatt Online

Buchmessedirektor Juergen Boos hat in den vergangenen Wochen viel mit europäischen Verlegern gesprochen. Jetzt kommen aus Frankreich, Norwegen, Finnland, Österreich und Slowenien klare Bekenntnisse zur Frankfurter Buchmesse 2020.

Antoine Gallimard, Verleger, Editions Gallimard

Die Buchmesse ist ein unverzichtbarer Treffpunkt im internationalen Verlagsleben, um die neuesten Entdeckungen zu teilen, mit Rechten zu handeln, Gemeinschaftsausgaben zu planen, aber auch, uns darüber auszutauschen, was den Markt derzeit beunruhigt. Die Messe ermöglicht vor allem den direkte Kontakt mit allen Branchenakteuren, den Autoren, Verlegern, Druckern aber auch mit den Medien und politischen Führungskräften.
Deshalb ist es wichtig, im Oktober 2020 in Frankfurt zu sein.

Nicolas Roche, Generaldirektor, BIEF

Die Frankfurter Buchmesse bleibt auch in diesem so besonderen Jahr für die Verlagswelt eine der wichtigsten internationalen Veranstaltungen. Für viele Branchenangehörige stellt sie 2020 die einzige Gelegenheit dar, ihre ausländischen Geschäftspartner persönlich zu treffen, weshalb die Begegnungen vor Ort zweifellos ganz besonders sein werden. Wir alle wollen natürlich auch bald wissen, wie die Veranstaltungen und Features der virtuellen Buchmesse genau aussehen werden.
Dutzende französischer Verlage haben bereits ihren Wunsch signalisiert, dieses Jahr nach Frankfurt zu kommen. Wir werden sie auf dem vom BIEF koordinierten Gemeinschaftsstand empfangen – und zwar dank der engen Zusammenarbeit mit den Messe-Mitarbeitern unter optimalen Sicherheitsbedingungen.

Margit Walsø, Direktorin von NORLA Norwegian Literature Abroad

Bei NORLA schätzen wir die Anstrengungen der Frankfurter Buchmesse, sich an die neuen Umstände anzupassen und einen Weg zu finden, diese wichtige Veranstaltung auszurichten. Wir bereiten uns auf die Frankfurter Buchmesse 2020 vor und planen für die Zukunft. Wir sehen es als Verantwortung von NORLA, präsent zu sein und auf dem Fundament des Ehrengast-Auftritts im vergangenen Jahr aufzubauen. Wir freuen uns darauf zurückzukehren, die Geschichten von Stimmen aus Norwegen weiter zu teilen, die Freude am Lesen zu entzünden und die Meinungsfreiheit zu stärken.
Hoffentlich können wir uns im Oktober wieder treffen und eine sichere, besondere Ausgabe der Buchmesse erleben. Für uns ist Frankfurt die wichtigste Arena, um Literatur aus Norwegen zu präsentieren und neue Ideen zu gewinnen. Unser Traum ist es, bald unsere Gesprächspartner wiederzusehen, aber auch neue Kontakte zu knüpfen – digital und persönlich.

Tiia Strandén, Direktorin von FILI - Finnish Literature Exchange

Die Frankfurter Buchmesse ist immer der wichtigste Treffpunkt für uns gewesen. Nach dem Jahr 2014, in dem Finnland Ehrengast war, ist es für uns umso wichtiger gewesen, in Frankfurt präsent zu sein. Auch wenn es in diesem Jahr keine vollständige Messe sein wird, ist es ein Signal von 'Buch-Normalität' und Hoffnung, dass die Messe stattfindet.
Es ist zudem beruhigend zu wissen, dass die Frankfurter Buchmesse gemeinsam mit den entscheidenden deutschen Behörden alles tut, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten.

Alexander Potyka, Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbands und Verleger des Picus Verlags

Alexander Potyka, Vorsitzender des Österreichischen Verlegerverbands und Verleger des Picus Verlags

Ich kann verstehen, dass viele Kolleginnen und Kollegen mit gemischten Gefühlen an die Frankfurter Buchmesse denken. Aber gerade in der jetzigen Situation spüren wir doch noch stärker als sonst, wie wichtig die persönliche Begegnung ist, wie wichtig auch das Zeichen ist, dass wir nicht am Boden liegen, sondern optimistisch nach vorne blicken.

Ich vertraue darauf, dass die Frankfurter Buchmesse alles tun wird, dass diese Buchmesse unter sicheren Bedingungen stattfinden kann – und ich denke, dass jeder einzelne von uns inzwischen ein gutes Gefühl dafür entwickelt hat, wie er sich im öffentlichen Raum sicher und respektvoll bewegen kann. Wir werden unsere Mitglieder ermutigen, auch dieses Jahr in Frankfurt auszustellen. Als Verleger will ich mir jedenfalls nicht vorstellen, dass in Frankfurt eine Buchmesse stattfindet, ohne dass ich dabei bin – ich will mir auch das Experiment der Sonderedition nicht entgehen lassen.

Der Picus Verlag wird sich also auch dieses Jahr nicht die Chance entgehen lassen, auf seine Autorinnen und Autoren und deren Bücher aufmerksam zu machen und den persönlichen Dialog mit der Branche fortzusetzen.

Renata Zamida, Direktorin, Slowenische Buchagentur

"Slowenien wird auf jeden Fall mit einem Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse 2020 vertreten sein, sogar einem etwas größeren als in den Vorjahren und unter Beteiligung von mehr slowenischen Verlagen. Wir werden versuchen, einige Vorteile der diesjährigen Sonderedition zu nutzen, BOOKFEST, mit seinen Veranstaltungen in der City und digital, welche zum Teil live gesendet oder gestreamt werden. Wir hoffen, unsere europäischen Partner zu treffen, und planen auch Veranstaltungen für Fachbesucher, etwa ein B2B-Meeting im Rahmen des EU-Projekts „Every Story Matters“ mit dem Fokus auf inklusive Kinderbücher, das wir zusammen mit fünf weiteren europäischen Ländern durchführen. Seien Sie also willkommen an unserem Stand in Halle 4.0.!“

Nicole Witt, Inhaberin der literarischen Agentur Mertin Witt, Frankfurt am Main

"Ich finde, dass das Team der Frankfurter Buchmesse die physische Veranstaltung ganz toll plant, und ich freue mich schon auf die Messe. Allen, mit denen ich spreche, erkläre ich das ausgeklügelte und durchdachte Konzept. Kein Ort wird sicherer sein als das LitAg!"