Protest

China/Deutschland: Mehr Künstleraustausch statt staatlichem Kulturaustausch

11. April 2011
Redaktion Börsenblatt
Der Deutsche Kulturrat erwartet von China die sofortige und bedingungslose Freilassung von Ai Weiwei. Außerdem fordert der Verband der Bundeskulturverbände ein Ende der Einschüchterung und der Verhaftung von politisch aktiven Bürgern in China.
Die jetzt u.a. von der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller nach der Festnahme des regimekritischen Künstlers Ai Weiwei geäußerte scharfe Kritik an der deutschen Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ in Peking habe eine notwendige Diskussion über die Ziele und die eingesetzten Mittel deutscher auswärtiger Kulturpolitik ausgelöst, heißt es in einer Mitteilung des Kulturrats.
 
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Die Ausstellung „Kunst der Aufklärung“ in Peking macht ein Dilemma der staatlichen auswärtigen Kulturpolitik deutlich. In Zusammenarbeit mit dem National Museum of China präsentieren die Staatlichen Museen zu Berlin, die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München die Schau. Es geht nicht nur um Kulturaustausch, sondern auch um unsere nationalen politischen und wirtschaftlichen Interessen in China. Mehr Künstleraustausch statt staatlichem Kulturaustausch könnte uns aus der moralischen Bedrängnis, nicht nur beim Kulturaustausch mit China, befreien. Repressive Regime fürchten fast nichts mehr als Künstler, das haben wir in der jüngeren deutschen Geschichte erlebt und das zeigt uns gerade auch wieder China mit der Verhaftung von Ai Weiwei.“