Die Rundmail im Wortlaut:
Sie haben letzte Woche ein Rundmail aus Tübingen erhalten, das nicht unwidersprochen bleiben kann, da es die Tatsachen doch recht einseitig darstellt. Der Vorstand ist sich sehr wohl bewusst, dass ein Berufsverband wie der unsere kein Selbstzweck ist. Die Mitglieder haben einen Anspruch auf die sachgerechte Verwendung ihrer Beiträge. Ohne Leistung keine Beiträge, ohne Beiträge kein Verband! Wir sind als gewählte Vertreter der Mitgliedschaft der Überzeugung, dass der Landesverband Baden-Württemberg diese Leistung für seine Mitglieder erbringt. 80 % der Mitglieder wollen nach einer Umfrage des Sortimenterausschusses des Bundesverbandes eine Betreuung vor Ort und betonen die Wichtigkeit der Nähe zu ihrem Verband. Das ist auch in Baden-Württemberg der Fall.
Unser Landesverband ist im Jahre 2002 mit den damals 10 Kollegenverbänden den Schulterschluss mit dem Bundesverband eingegangen, um das immer wieder kritisierte „doppelte Junktim“ ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen, und hat den Gesamtverein gegründet. In diesem Gesamtverein sind seither die Aufgaben sowohl auf Länder- als auch auf Bundesebene klar verteilt. Die Landesverbände sind dabei für die Wahrnehmung der föderalen Aufgaben unserer Berufspolitik verantwortlich. Dazu gehören im wesentlichen die Lobbyarbeit gegenüber den Landesparlamenten und -regierungen, die Themen Wissenschaft und Bildung sowie der wichtige Bereich unserer Berufsausbildung. Die Landesverbände haben daher ihre Selbstständigkeit niemals, weder juristisch noch finanziell, aufgegeben. Seit dem 1. Januar 2003 tragen sowohl der Bundesverband wie auch die Landesverbände den gemeinsamen Namen „Börsenverein“, um auch nach außen hin unsere Gemeinsamkeit zu demonstrieren. Vorstand und Geschäftsführung haben bereits vor der Einführung der Strukturkommission regelmäßig geprüft, wie und wo Einsparungen möglich sind, um trotz zurück gehender Mitgliedsbeiträge einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können. Dies ist uns in 2010 erneut gelungen.
Es ist nicht – und war nie – geplant, den Mitgliederservice einzuschränken, ihn gar „Kaputt-Sparen“ zu wollen, wie die Herren Riethmüller dies unterstellen. Wir nutzen die natürliche Fluktuation in der Geschäftsstelle, verlängern auslaufende befristete Anstellungsverträge nicht mehr und stellen Aktionen, deren Leistungen auch von anderer Seite erbracht werden können oder die durch die Mitglieder nicht ganz so stark nachgefragt werden, auf den Prüfstand, um nicht unbedingt notwendige Ausgaben zu vermeiden. Das schafft bereits ab dem Jahr 2012 eine spürbare Entlastung der Mitglieder und verspricht nicht erst in einigen Jahren eine Entlastung, die nicht einmal durch konkrete Fakten untermauert ist.
Die „Doppelarbeit“, die immer wieder als Argument gegen einen „teuren“ Landesverband angeführt wird, stellt sich bei genauer Betrachtung als – mit dem Bundesverband vereinbarte – Arbeitsteilung dar. Die baden-württembergische Berufsbildungsarbeit, um ein Beispiel zu nennen, der exzellente Kontakt zu den vier Schulen im Land an denen unser Nachwuchs ausgebildet wird, kann nur durch die direkte Nähe und nicht aus Frankfurt geleistet werden. Die Mehrzahl unserer Mitglieder wendet sich gerne an den Landesverband, da sie von der dortigen Geschäftsstelle rasch und kompetent die Auskünfte und Hilfen, die sie benötigen, erhalten. Eine individuelle Unterstützung vor Ort mit kurzen Wegen und einer schnellen Reaktionszeit ist mit Sicherheit ein guter Weg, dem Strukturwandel entgegen zu treten.
Wir haben den Beitragsrückgang sehr genau beobachtet und festgestellt, dass Baden-Württemberg bei weitem nicht so stark betroffen ist, wie der Kollegenverband in NRW. Durch unsere Sparmaßnahmen schaffen wir es, den Mitgliedern ab 2012 einen um 10 Prozent reduzierten Jahresbeitrag vorzuschlagen und dennoch einen ausgeglichen Haushalt vorzulegen. Damit erhalten wir eine funktionierende Interessenvertretung in der Region, die den Mitgliedern konkreten Nutzen bringt und damit auch die Arbeit des Bundesverbandes unterstützt. Wir freuen uns auf einen intensiven Dialog und Gedankenaustausch bei unserer Hauptversammlung am 28. Mai und wären froh, wenn die eingerichteten Foren auf „Mein Börsenverein“ bzw. boersenblatt.net“ mehr genutzt würden. In Kürze erhalten Sie die Einladung zu unserer Hauptversammlung. Bitte kommen Sie und diskutieren Sie über die Zukunft unseres, Ihres, Landesverbandes mit.