Neuausrichtung von Weltbild

Hunderte Jobs auf der Kippe?

3. Juli 2015
von Börsenblatt Online
Die angeschlagene Verlagsgruppe Weltbild plant offenbar eine radikale Neuausrichtung. Der Umbau könnte laut Betriebsrat mehrere Hundert Jobs kosten. Erste betroffene Bereiche sollen etwa die Buchproduktion und das Laserdruckzentrum sein.

In den beiden Bereichen sollen bis zu 50 Prozent der Mitarbeiter gehen, schreibt der Weltbild-Betriebsrat in einer Betriebsinfo, die boersenblatt.net vorliegt. Insgesamt habe die Geschäftsführung "dramatische und radikale Schritte" beschlossen. Zur Zeit sei die Unternehmensberatung KPMG im Hause unterwegs und durchleuchte die Verlagsgruppe "bis in den letzten Winkel".

So soll als nächstes der Bereich CCC (Costumer Care Center) geprüft werden. Im Bereich Lager und Versand sollen befristete Teilzeitverträge von 100 Mitarbeitern sowie vieler Werkstudenten nicht verlängert werden, so der Betriebsrat weiter. Die Geschäftsführung will, wie auch auf boersenblatt.net berichtet, künftig vor allem auf den Online-Handel setzen. Damit wären laut Betriebsrat insbesondere auch Jobs der Mitarbeiter gefährdet, die sich um die Weltbild-Kataloge kümmern (Programm, Produktion, Werbung und Marketing). 

Der Betriebsrat lädt daher am 19. September zu einer Betriebsversammlung ein: Betriebsrat, Belegschaft und Geschäftsführung sollen diskutieren wie es weiter geht bei Weltbild.

Von Seiten der Verlagsgruppe Weltbild gibt es auf Anfrage noch keine Stellungnahme. Die Geschäftsführung möchte zunächst die Betriebsversammlung vom 19. September abwarten, so eine Unternehmenssprecherin, bevor man sich an die Medien wendet.

Die Situation der Verlagsgruppe Weltbild wird nächste Woche auch Thema der Deutschen Bischofskonferenz sein. Erst dann werden voraussichtlich konkrete Entscheidungen getroffen, so ein Betriebsratsmitglied gegenüber boersenblatt.net, wie die künftige Entwicklung des Unternehmens aussieht. Im vergangenen Jahr war beschlossen worden, Weltbild in eine kirchliche Stiftung einzubringen, bislang ist man hier aber nicht vorangekommen.