Kartellverfahren um E-Book-Preisabsprachen in den USA

Geschädigte fordern bis zu 840 Millionen US-Dollar

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Im Kartellverfahren zwischen Apple und den US-Bundesstaaten sowie den Verbrauchern um verbotene Preisabsprachen bei E-Books, fordern die Sammelkläger laut einer Einreichung an das zuständige Gericht im anstehenden Entschädigungsverfahren Zahlungen von bis zu 840 Millionen US-Dollar .

Die Kläger haben laut Medienberichten eine Schadenssumme von 231 bis 280 Millionen US-Dollar kalkuliert und möchten die Entschädigung verdreifachen − auf bis zu 840 Millionen US-Dollar. Die Anwälte der Sammelkläger hatten ihre Forderung bei der zuständigen New Yorker Richter Denise Cote eingereicht. Die Verdreifachung der geforderten Entschädigungen nach Kartellrecht begründen sie unter anderem mit dem Schuldspruch vom vergangenen Jahr gegen Apple im Kartellverfahren des Jusitizministeriums, bei dem es ebenfalls um die Preisabsprachen von E-Books ging. Gegen das Urteil hat Apple jedoch Revision eingelegt.

Richterin Cote habe angekündigt, so schreibt etwa "Bloomberg", ein Verfahren über die Schäden durch die E-Book-Preisabsprachen für die US-Bundesstaaten in diesem Jahr beginnen. Zunächst darf jetzt Apple Gegenargumente zu den Forderungen der Sammlerkläger vorlegen, so "Publishers Weekly", die dann wiederum bis zum 7. März darauf antworten dürfen.

Die fünf großen US-Verlage haben bereits insgesamt 166 Millionen US-Dollar an Entschädigungszahlungen bewilligt, um das Kartellverfahren wegen illegaler Preisabsprachen mit den US-Bundesstaaten sowie privaten Sammelklägern zu beenden. Würden die jetzt geforderten 840 Millionen US-Dollar durch das Gericht bewilligt, käme eine Gesamtentschädigung von über 1 Milliarde US-Dollar zusammen.