Buchpreisbindung in Griechenland bedroht

Börsenverein appelliert an Athen

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Der Börsenverein unterstützt griechische Verleger und Buchhändler in ihren Kampf um den Erhalt der Buchpreisbindung. Börsenvereins-Vorsteher Heinrich Riethmüller appelliert in einem Schreiben unter anderem an Premierminister Antonis Samaras, die Buchpreisbindung in ihrer jetzigen Form zu erhalten.

Zuvor hatte der Verband griechischer Verleger und Buchhändler (ENEΛBI) den Börsenverein um Unterstützung gebeten. Das Preisbindungsgesetz wurde 1997 in Griechenland eingeführt und sieht für gedruckte Bücher für zwei Jahre einen festen Preis vor. Nun habe die griechische Regierung, laut Verband auch auf Druck der "Troika", ein neues Gesetz eingebracht, das die Buchpreisbindung aufweicht. Danach soll diese künftig nur für Belletristik und Erstauflagen gelten, was lediglich fünf Prozent der Verlagsproduktion umfassen würde. In der Folge befürchtet der Verband die vollkommene Abschaffung der Buchpreisbindung in Griechenland − und damit das Ende für viele kleine Buchhandlungen im Land.

Neben einer breit angelegten öffentlichen Kampagne, bat man im Ausland um Hilfe. So auch beim Börsenverein. Vorsteher Heinrich Riethmüller hat seinen englischsprachigen Appell, der boersenblatt.net vorliegt, an den Premierminister Antonis Samaras, den Kulturminister Panos Panagiotopoulos und den Entwicklungsminister Konstantions Hatzidakis gerichtet. Darin beschreibt er zunächst die positiven Effekte der Buchpreisbindung hierzulande: Der deutsche Buchmarkt sei dadurch einer der vielfältigsten und stabilsten weltweit − mit rund 4.900 Buchhandlungen. Die Aufgabe der Buchpreisbindung würde dieses Netzwerk bedrohen. Eine Gefahr, die Riethmüller auch für Griechenland sieht. Verbunden wäre damit ein kultureller Niedergang, betont der Vorsteher. Er fordert daher die griechische Regierung auf, die Risiken genau zu überdenken und die Buchpreisbindung in ihrer jetztigen Form beizubehalten.