Gruner + Jahr will 400 Stellen abbauen

Strenger Sparkurs

3. Juli 2015
von Börsenblatt
Der Hamburger Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr will 75 Millionen Euro einsparen. In den nächsten drei Jahren müssen bis zu 400 Mitarbeiter gehen.

"In der Hauptverwaltung des Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr am Hamburger Baumwall brennt die Luft", schreibt faz.net. 400 der 2.400 Mitarbeiter sollen aufgrund des verordneten Sparkurses gehen. Das ist das Ergebnis einer Mitarbeiterversammlung am gestrigen Mittwoch. "Die Einsparungen sollen durch eine signifikante Reduzierung der Sach- und Personalkosten erreicht werden und betreffen alle Bereiche von Gruner + Jahr Deutschland", verkündet das Management in einer Pressemitteilung. Damit liegen nun Details zu den Auswirkungen der Neuausrichtung vor, die vergangenes Jahr angestoßen wurde.

Besonders die Flaggschiffe wie "Stern", "Brigitte", "Geo" und "Gala" sollen von den Einschnitten betroffen sein, glaubt die "FAZ" zu wissen und berichtet über Details aus dem Sozialplan.

"Diese Effizienzmaßnahmen beziehen sich ausschließlich auf die Aktivitäten von G+J Deutschland", teilt das Unternehmen mit. Die G+J-Mehrheitsbeteiligungen Motor Presse Stuttgart sowie das Dresdner Druck- und Verlagshaus seien mit einbezogen. Auch die Geschäftsaktivitäten von G+J International sind nicht Teil dieser Maßnahmen.

Grund für die anstehenden Entlassungen soll die Entwicklung auf dem Zeitschriftenmarkt sein: weniger Anzeigen, weniger Leser der Printmagazine: Die wachsenden Online-Zugriffe fangen den Erlösrückgang nicht auf.

Am Freitag wird der Geschäftsbericht des vergangenen Halbjahres des Bertelsmann Konzerns vorgelegt. Der Umsatz des Hamburger Verlags soll im ersten Halbjahr 2014 um rund 100 Millionen Euro auf etwa 900 Millionen Euro gesunken, meldet die "FAZ". Auch das operative Ergebnis soll um rund 25 Millionen Euro auf knapp 80 Millionen Euro gesunken sein.