Club Bertelsmann: Vertriebspartner fordern weitere zwölf Jahre Laufzeit für Verträge

Die Schuldfrage der Clubmisere

3. Juli 2015
von Börsenblatt
Die für die Mitgliederwerbung verantwortlichen Geschäftspartner des Club Bertelsmann wollen mit ihrer Klage vor dem Landgericht Düsseldorf erreichen, dass der Gütersloher Medienkonzern sein Minusgeschäft mit dem Buchclub mindestens zwölf weitere Jahre fortführt. Die Forderung wird in einer Replik der Verpächter auf die Klageerwiderung der Konzernzentrale aufgestellt, wie das "Handelsblatt" berichtet.

Mit der Replik auf die Klageerwiderung ist der schriftliche Teil des Vorverfahrens im Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf abgeschlossen. Bertelsmann hatte im Sommer 2014 angekündigt, sein Clubgeschäft wegen roter Zahlen bis Ende 2015 abwickeln zu wollen, dagegen reichten die sogenannten Verpächter Klage ein. Die Geschäftspartner sind in Form einer Provision an den Umsätzen der geworbenen Mitglieder beteiligt: Im Schnitt kommen pro Mitglied 80 bis 120 Euro im Jahr, meldet das „Handelsblatt". Der Club hat heute noch eine Million Mitglieder, rund ein Viertel sei von den Verpächtern geworben worden.

Entscheidend im Verfahren, für das Experten einen Vergleich zwischen den Geschäftspartnern und Bertelsmann erwarten, könnte sein, wer Schuld an der Schieflage des Clubgeschäfts trägt, so das "Handelsblatt".

Die Geschäftspartner sehen Missmanagement als Grund. In ihrer Replik sind laut "Handelsblatt" Zitate von Führungskräften wie dem einstigen Buchklub-Chef Ewald Walgenbach und dem früheren Bertelsmann-CEO Gunter Thielen aufgeführt, die belegen sollen, dass zu wenig in die Club-Programme investiert worden sei.

Ein Bertelsmann-Sprecher sagte dem "Handelsblatt", es habe sehr wohl Investitionen ins Clubgeschäft gegeben. Zudem habe man das Mitgliedschaftsmodell mehrfach modifiziert.