Auszeichnung

Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis für Anne Birkenhauer

Die in Jerusalem lebende Übersetzerin Anne Birkenhauer wird mit dem Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis ausgezeichnet. Sie erhält den Preis für ihre Übertragung von David Grossmans Roman "Kommt ein Pferd in eine Bar" (Hanser, 2016). 

Anne Birkenbauer

Anne Birkenbauer © Tobias Bohm

"Kein Register ist ihr fremd, keine sprachliche Geste bleibt ungeachtet"

"Anne Birkenhauer ist es gelungen, einer ebenso tragikomischen wie beklemmenden Erzählung, in der es um Leben und Tod, um Erinnerung, Militär und Trauma, um die Shoah und das heutige Israel geht, so gerecht zu werden, dass die verstörende Vielheit unterschiedlicher hebräischer Idiome und Sprechweisen auch im Deutschen Gestalt annehmen", begründet die Jury ihre Entscheidung. Kein Register sei ihr fremd, keine sprachliche Geste bleibe ungeachtet. "Die fragile Atmosphäre dieses Romans entfaltet sich mit großer Intensität."

Anne Birkenhauer, 1961 in Essen geboren, studierte Judaistik und Germanistik in Berlin. Seit 1989 lebt sie in Israel, arbeitete dort u.a. als wissenschaftliche Assistentin in der Abteilung für Jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem und war Herausgeberin der deutschen Ausgabe der Zeitschrift "Ariel - Zeitschrift für Kunst und Kultur in Israel" und des "Jüdischen Almanach" des Leo Baeck Instituts.

Ihre übersetzerische Laufbahn begann Ende der achtziger Jahre mit einem Gedichtband von Dan Pagis. Das Spektrum ihrer Prosaübersetzungen reicht von klassischen literarischen Autoren wie Jaakow Shabtai, Jehoshua Kenaz, Gabriela Avigur-Rotem und Aharon Appelfeld, über moderne experimentelle Prosa, etwa von Yuval Shimoni und Yoel Hoffmann bis hin zu jüngeren Autorinnen und Autoren, bei denen ganz unterschiedliche, oft ethnisch geprägte Register der Umgangssprache übertragen werden müssen (Sarah Shilo, Daniella Carmi, Eshkol Nevo). Birkenhauer wurde für ihre Arbeiten bereits mehrfach ausgezeichnet: 2011 erhielt sie den Jane Scatcherd-Preis, 2015 von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung und 2016 den Paul-Celan-Preis des Deutschen Literaturfonds. 

Der Übersetzerpreis für die Zielsprache Hebräisch geht posthum an Nili Mirsky. Sie wird von der Jury ihr Lebenswerk geehrt, insbesondere für die Übertragung von Thomas Manns "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" ins Hebräische.

Über den Preis

Der Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis ist eine gemeinsame Initiative der deutschen und der israelischen Regierung und wurde 2015 zum 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern ins Leben gerufen. Vergeben wird er in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin. Die Preise sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert.

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