Auszeichnungen

Antiquaria-Preis 2019 an Klaus Völker

Der Philologe und Dramaturg Klaus Völker erhält den 25. Antiquaria-Preis für Buchkultur, der am 24. Januar im Rahmen der Ludwigsburger Antiquariatsmesse überreicht wird.

Klaus Völker mit einer Fotografie von Johannes Brobowski, aufgenommen von Roger Melis um 1963/64

Klaus Völker mit einer Fotografie von Johannes Brobowski, aufgenommen von Roger Melis um 1963/64 © Arturas Valiauga

In der Begründung der Jury heißt es: "Der über ein halbes Jahrhundert hinweg mit einer Fülle von Editionen, Anthologien und Einzelstudien hervorgetretene Philologe, dem Theater als Dramaturg an mehreren Bühnen und als Rektor der Schauspielschule Ernst Busch eng verbunden, ein Kenner mit dem Blick für das Entscheidende im scheinbar Abseitigen, verkörpert mit seinem Werk in klassischer Weise jene ingeniöse Belesenheit, auf deren Interventionen die Buchkultur angewiesen ist. Seiner monumentalen Ausgabe der Werke von Max Herrmann-Neisse verdankt sich die Wiederentdeckung dieses bedeutenden Expressionisten. Von Faust und der Päpstin Johanna zu Alfred Jarry und Boris Vian, von den Vampiren, Werwölfen und Künstlichen Menschen seiner legendären Sammlungen bis zu Brecht und Wedekind, Fritz Kortner und Elisabeth Bergner hat er den Lesern (und den Theaterzuschauern) entscheidende Hinweise gegeben, und er hat vorgeführt, wie man weit blickende Kennerschaft mit Text-Akribie verbindet."

Klaus Völker wurde 1938 in Frankfurt am Main geboren und lebt heute in Berlin. Nach dem Studium war er freier Literatur- und Theaterkritiker. 1969 bis 1985 arbeitete er als leitender Dramaturg an Theatern in Zürich, Basel, Bremen und an den Staatlichen Bühnen Berlin. 1986 bis 2002 leitete er den "Stückemarkt" der Berliner Festspiele während des Theatertreffens. 1992 erhielt Völker eine Professur für Theatergeschichte und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin, 1993 bis 2005 fungierte er als Rektor dieser Hochschule. Seit 2000 ist er Mitglied der Berliner Akademie der Künste.

Der Preis, der am 24. Januar 2019 in der Musikhalle Ludwigsburg übergeben wird, ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Laudatio hält der Schriftsteller und Filmemacher Matthias Zschokke.

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1 Kommentar/e

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  • Rainer G. Feucht

    Rainer G. Feucht

    Gratulation an Klaus Völker! Die von ihm in der „Bibliotheca Dracula“ herausgegebenen Werke beeinflußten mich stark, und so erschien mein erster Antiquariatskatalog „Von denen Vampyren“ im Januar 1975. Ein erbetenes Vorwort Völkers rundete den Katalog ab. Außerdem empfahl er mir, mich an Elias Canetti zu wenden. Der Kontakt kam zustande, ein Briefwechsel war die Folge. (Mit Sicherheit wird dieser Briefwechsel erst nach meinem Ableben – wenn überhaupt - bekannt werden. Manche Fehler begeht man nur einmal im Leben). Die Herausgabe des Katalogs zog etliche Rezensionen nach sich (vor allem die in der damaligen „Pardon“), die meinen Kundenstamm von 0 auf 500 brachte. Eine der Zimelien des Katalogs war die deutschsprachige Arbeit Michael Ranfts (Ranfft) „Tractat von dem Kauen und Schmatzen der Todten in Gräbern“ von 1734; sie war zuerst 1728 in lateinischer Sprache erschienen. Das Werk konnte ich vom österreichischen Schriftsteller und Sachbuchautoren J. G. Lettenmair erwerben. Ein weiterer Katalog zum Thema erschien 1986. Außerdem realisierte ich im Ulmer Theater bei der Wiederaufführung einer romantischen Vampir-Oper eine Ausstellung zum Thema. (Rainer G. Feucht, BMCF-Antiquariat, Schelklingen, Heimat der „Venus vom Hohle Fels“, der bislang ältesten, von Menschenhand geschaffenen Frauenfigur).

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