Der 45. US-Präsident heißt Donald Trump

Was man über den neuen Mann im Oval Office wissen sollte

Seit kurz nach 8.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit ist klar, dass der Milliardär Donald Trump – entgegen allen Prognosen und Beschwörungen europäischer Politiker – voraussichtlich zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird. Wie denkt dieser Mann, was hat er für Charakterzüge, was könnte seine Präsidentschaft für Europa bedeuten? Einige Buchempfehlungen. VON MICHAEL ROESLER-GRAICHEN

Dass der Republikaner Donald Trump die Präsidentschaftswahl in den USA gewinnen könnte, scheint außerhalb der Vorstellung der Meinungsforscher und der deutschen Politik gelegen zu haben. Die einen lagen mit den Prognosen klar daneben, die anderen reagieren quer durch die parlamentarischen Bänke "geschockt". Offenbar scheint es in Berlin keinen "Plan B" für einen US-Präsidenten Trump zu geben.

Wie kann es sein, dass ein Populist und Verschwörungstheoretiker, der offen die Unwahrheit sagt und mit rassistischen und sexistischen Ausfällen kokettiert, eine Mehrheit im Wahlvolk erringt? Die Antwort darauf wird vermutlich bald ein Heer von Historikern, Soziologen und vor allem Psychologen beschäftigen (ein erstes Buch dazu gibt es schon: "Psychoanalyzing the Left and Right after Donald Trump. Conservatism, Liberalism, and Neoliberal Populisms" von Robert Samuels, erschienen bei Springer International Publishing). Was man derzeit über Trump weiß, lässt sich in zahlreichen Büchern über den Kandidaten nachlesen, die im Vorfeld der Wahl erschienen sind.

Das Porträt eines Menschen, der sich allen überlegen fühlt und nie den Hals vollkriegt, zeichnet Pulitzer-Preisträger Michael D’Antonio in seiner Biografie "Die Wahrheit über Donald Trump" (Econ, 544 S., 24 Euro). Der Autor ordnet das Phänomen Trump zugleich in den Kontext größerer politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen ein.

Den außergewöhnlichen Werdegang von den Ursprüngen des Immobilienreichtums seiner Familie bis zu seinem eigenen Firmenimperium, von seiner Erziehung und seinen Anfängen als Unternehmer bis zu seinem turbulenten Präsidentschaftswahlkampf schildert "Die Akte Trump" aus dem Ecowin Verlag (352 S., 18,99 Euro).

Rückkehr zu alter Größe ist die Botschaft, die Trump den Abgehängten und Enttäuschten predigt. Wer seine Ansichten genauer studieren möchte, dem sei das von ihm selbst geschriebene Buch "Great Again! Wie ich Amerika retten werde" (Plassen, 224 S., 17,99 Euro) empfohlen. Mit den Folgen einer Präsidentschaft für die Welt und den Auswirkungen auf Europa beschäftigt sich der in den USA lebende Autor Bernhard Klee in dem Buch "Trumps Amerika" (BoD, 172 S., 18,90 Euro).

Das Porträt einer gespaltenen Nation zeichnet Walter Niederberger in seinem Buch "Trumpland – Donald Trump und die USA" (Orell Füssli, 224 S., 17,95 Euro). Es schildert eindrucksvoll, "weshalb sich so viele Amerikaner gerade für Trump begeistern und wie er zum Racheengel der Frustrierten, Wütenden und Zukurzgekommenen werden konnte" (so die Verlagsinformation).

Ein gefundenes Fressen ist Donald Trump für den kalifornischen Philosophen Aaron James, der mit seinem Buch "Arschlöcher" (Goldmann, 288 S., 9,99 Euro) für Furore sorgte. In der Fallstudie "Assholes. Zum Beispiel Donald Trump" (Goldmann, 128 S., 8 Euro) zeigt er, wie es ein "Alpha-Arschloch" ins Oval Office schaffen könnte. In einer aktualisierten Neuauflage dürfte es dann heißen "... schaffen konnte".
 
Wer sich noch einmal über den US-Wahlkampf und seine Besonderheiten informieren will, ist mit Klaus Stüwes Buch "USA" aus dem Wochenschau Verlag (320 S., 9,80 Euro) gut bedient.

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