Die Sonntagsfrage

Wer braucht ein L-Book, Herr Steel?

E-Books könnten mehr sein als digitale Textdateien, meinen die Macher von L-Pub. Das 2015 in Offenbach gegründete Startup will mit seinen L-Books das Lesen revolutionieren. Wie das mit dem Mehrwert beim digitalen Lesen funktioniert und wer die L-Books schon nutzt, erklärt L-Pub-Gründer David P. Steel.

David P. Steel

David P. Steel © privat

Alle Verleger brauchen L-Books! Jeder, dessen Geschäftsmodell auf kuratierten Inhalten basiert, sollte Interesse daran haben, auch die Zusatzebenen der eigenen Produkte mitzubestimmen.

 Die Grundidee für das L-Book entstand, als ich beim Lesen von E-Books entdeckt habe, dass ich Zusatzinfos bekomme, wenn ich auf ein Wort klicke. Nur bieten die Infos nicht immer das, was ich suche und meistens lande ich dann doch im Internet, um meinen Wissensdurst zu stillen. L-Books sollen das ändern.

Ein Freund, der Software-Entwickler ist, und ich haben 2013 angefangen das Grundgerüst von L-Books zu bauen. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt, wie man am besten kontextbasierte Zusatzinfos in E-Books integriert. Heute besteht unser Startup aus sechs Personen und hat gerade die zweite Finanzierungsrunde hinter sich.

 

Standardisierte Prozesse

 Um uns und unseren Verlagskunden Zeit und Geld zu sparen, war es uns von Anfang an wichtig:

  •  auf bestehende Standards aufzubauen (wie ePUB)
  • für alles, was neu ist, standardisierte Prozesse zu definieren

Die wichtigste Herausforderung war zunächst die deutsche Sprache zu knacken. Um einen beliebigen Text zu annotieren, müssen wir in der Lage sein, den Text so automatisch wie möglich zu analysieren. Heute haben wir eine Datenbank mit über 100.000 deutschen Wörtern, die wir in jedem Text automatisch annotieren können.

Der zweite Teil der Formel ist die Erstellung einer buchspezifischen Datenbank, die den annotierten Text an der richtigen Stelle mit Zusatzinfos beliefert. In der Regel verfügt der Verlag schon darüber (z.B. in Form eines Glossars oder Fußnoten) und sie muss nur in Form gebracht werden. Dann kann sie mit dem Lesetext so gut wie automatisch verknüpft werden.

Wir haben auf der Leipziger Buchmesse als Teil des Startup Villages einen kleinen Stand gehabt. Wir haben diese Gelegenheit genutzt, um möglichst vielen Passanten unseren L-Book-Prototyp zu zeigen. Knapp 90% haben gesagt, dass sie die Idee gut finden und 82% waren sogar bereit etwas mehr Geld dafür zu bezahlen.

Die Befragten haben bestätigt, dass L-Books ihnen einen überzeugenden Grund liefern, digital zu lesen – weil man kontextbasierte Zusatzinfos bekommt, ohne den Lesefluss zu unterbrechen.

Use Cases für Verlage

Unsere ersten Kunden sind Bildungsverlage, weil wir über die Zusatzinfos hinaus, automatisch erstellte Lerntools integrieren, z.B. zum Fremdsprachenerwerb, wie bei unserem L-Book Prototyp: einem Märchen für Deutschlerner.

Wir haben aber auch schon erste Aufträge von Fachverlagen, bei denen es nur darum geht, einen technischen Text mit Erklärungen und Querverweisen zu versehen – ohne die Lernfunktion.

Auch Publikumsverlage, die z.B. Bücher mit einem besonders komplizierten Figurenkabinett haben, könnten von einem L-Book profitieren. Denn statt eigenständiger Recherche im Internet, findet der Leser die Zusatzinfos zu den Figuren direkt auf der Leseseite.

Im Moment bieten wir attraktive Konditionen für Publikumsverlage mit originären deutschen Inhalten an. Diese konvertieren wir kostenlos in ein L-Book Pro für Deutsch als Fremdsprache. Der Aufwand und das Risiko für den Verlag liegt somit fast bei Null. Er kann aber viel gewinnen, nämlich eine neue Zielgruppe: ca. 20 Millionen Menschen weltweit, die heute aktiv Deutsch als Fremdsprache lernen.

Was wollen wir bis zum Jahresende erreicht haben? 40 Verlage als Stammkunden.


Hier können Sie den L-Book-Prototyp testen: http://storyplanet.de/de/try-our-prototype

Hier können Sie mehr über L-Books erfahren: http://l-pub.com/?lang=de

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