Die Sonntagsfrage

"Wie entschlüsseln Sie die Bestseller-DNA, Frau Schöning?"

Das Gründerteam QualiFiction mit den Geschäftsführern Gesa Schöning und Ralf Winkler entwickelt eine Software namens Bestseller-DNA zur Vorhersage von Bucherfolgen. Damit sollen Bestseller mit einer Trefferquote von 80 Prozent vorhergesagt werden können. Wie das funktioniert, erklärt Co-Gründerin Gesa Schöning in der Sonntagsfrage.

Gesa Schöning, Geschäftsführerin QualiFiction

Gesa Schöning, Geschäftsführerin QualiFiction © privat

An 15 Verlage schickte er sein Manuskript. 13 Absagen folgten. Zwei meldeten sich gar nicht. Heute schreibt Sebastian Fitzek einen Bestseller nach dem anderen, die Verlage würden sich sicher wünschen, es gäbe mehr solcher erfolgreicher Autoren. Aber, wie viele Bestsellerautoren sind noch da draußen und bekommen eine Absage nach der nächsten? Wie viel Potential rauscht an den Verlagen vorbei und wird übersehen? Und was wäre, wenn ein Algorithmus die DNA hinter den Bestsellern entschlüsseln könnte, noch bevor diese verlegt wären?


Die Maschine muss gefüttert werden

Des "Pudels Kern" der Software "Bestseller-DNA" sind genau solche Algorithmen, also mathematische Verfahren, welche die Hauptarbeit an dieser Entschlüsselung leisten. Wie ein kleines Kind, muss die Maschine auch erst einmal viel lernen und wird deshalb mit zahlreichen Bestsellern und Nichtbestsellern vergangener Jahre "gefüttert". In diesen erkennt der Computer dann verborgene Muster und Codes, die einen Besteller ausmachen - oder auch gerade nicht.

Für einen Bestseller muss vieles stimmen: Der Spannungsbogen des Romans, der richtige Cocktail an Themen und ihr Verhältnis zueinander, starke Hauptpersonen, eine angemessene Wortwahl und und und...

Diese Merkmale sind schon für sich genommen spannende Erkenntnisse, welche durch die Software aufgedeckt werden und im entscheidenden Schritt zur Bestsellervorhersage verwendet werden. Wird der Software dann ein neues Werk angeboten, so kann sie dieses Wissen auf Abruf anwenden und für den neuen Roman ebenfalls eine Bestseller-Prognose errechnen.


Wer zahlt?

Dies stellt insbesondere für Verlage eine spannende Chance dar, die zum einen die Flut eingereichter Manuskripte kaum bewältigen können und zum anderen ein tieferes und analytischeres Verständnis für Ihre Texte entwickeln möchten. Einige interessierte Verlage haben sich bereits von der Idee und Vision der Bestseller-DNA begeistern und anstecken lassen, sie werden die Software als Cloudservice nutzen und für die Analyseergebnisse bezahlen. Zudem wird die weitere Entwicklung der Software durch ein Programm der EU und des Bundesministeriums für Wirtschaft unterstützt.



Der Fokus der Bestseller-DNA liegt zunächst in der fabelhaften Welt der Belletristik und auf dem deutschen Buchmarkt, könnte künftig aber auch international erweitert werden.

Kann es dadurch einmal dazu kommen, dass es nur noch Bestseller auf dem Buchmarkt gibt, wenn die Software ihren Dienst aufgenommen hat? Wohl kaum. Die Software dient dazu, aus dem bestehenden Angebot die Perlen leichter und schneller zu entdecken, aber nicht, selber welche zu erschaffen.


Die Vielfalt soll bleiben

Die Buchlandschaft soll bunt und vielfältig bleiben, aber den Verlagen soll es auch leichter gemacht werden, auf die richtigen Pferde zu setzen und künstlerische sowie ökonomische Prioritäten zu setzen - aber auch durchaus mal etwas zu wagen. Überzeugen - oder zumindest informieren - können sich Verlage, Autoren und Leser zu diesem Thema auch auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse,  auf der es erstmals einen QualiFiction-Vortrag und Stand geben wird (Halle 4.0, Stand J23).

Mehr Qualität auf dem Buchmarkt, weniger enttäuschte Leser und weniger abgelehnte Bestsellerautoren könnte die Vision für die nahe Zukunft lauten, wenn die Bestseller-DNA zum Einsatz kommt.

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