GVU-Halbjahresbilanz

Erfolge gegen Piraterie

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat einen Halbjahresbericht zur Internet-Piraterie vorgelegt. Die GVU im Zeitraum Januar bis Juni insgesamt 297 Strafverfahren betreut. 

Die GVU initiiert und begleitet in der Hauptsache Urheberrechts-Strafverfahren, so definiert sie ihre Aufgabe. Dabei richten sich solche Verfahren immer gegen Täter, so die GVU.

Im ersten Halbjahr 2017 hat sie insgesamt 297 Strafverfahren betreut, davon wurden in 46 Fällen neue Strafanträge gestellt. 41 von der GVU platzierte und voran getriebene Strafverfahren endeten "mit einer empfindlichen Sanktion gegen die Urheberrechtsverletzer, wie einer Geldbuße, einem Strafbefehl oder einem Urteil". 22 Verfahren mussten ohne Ergebnis eingestellt werden.

Überblick: Neue Verfahren

Von den 46 neu angestoßenen Strafverfahren hat der größte Teil einen Bezug zur Verlagsbranche:

  • Zehn richten sich gegen Täter, die Werke der Verlagsbranche unlizenziert angeboten haben.
  • Die GVU begleitet weiter 26 Verfahren, die eine unerlaubte Verwertung von Büchern, Zeitungen oder Zeitschriften zum Gegenstand hatten.

Zudem wurden zehn Verfahren mit Bezug zur Verlagsbranche abgeschlossen:

  • Sechs Verfahren wurden im Berichtszeitraum mit Geldbuße oder -strafe oder einem Urteil gegen den Täter beendet.
  • Vier Verfahren wurden ohne Ergebnis eingestellt.

Weiter versendet die GVU mit Hilfe eines technischen Dienstleisters Takedown-Notices (Linklöschaufforderung) an File- und Streamhoster. Circa 18 Millionen Links zu mehr als 3,2 Millionen illegaler Kopien wurden so an Speicherdienstanbieter, Seitenbetreiber und andere Intermediäre gesendet und von diesen entfernt.

Nutzerzahlen

Der GVU-Erhebung zufolge ist die Gesamtnutzerzahl bei den Vollsortimentern, solche die illegale Kopien verschiedener Medientypen anbieten, um 2 Prozent gestiegen. Gleichzeitig seien die Nutzerzahlen bei spezialisierten illegalen Angeboten um 19 Prozent zurückgegangen.

Bei den Vollsortimentern sei aktuell MyGully der größte Anbieter (gefolgt von Boerse.sx; canna.to, Nox Archiv und Usenet-4All), bei den Spezialisten (E-Books/Hörbücher) lesen.to (gefolgt von ebook-hell.to; Hörbuch.us/in; buchpirat.org). Grundsätzlich gebe es hier Ansatzpunkte für eine Strafverfolgung in Deutschland. Im Juni wurde etwa das Portal lul.to durch die Polizei vom Netz genommen.

Auf die Top 5 dieser Vollsortimente gab es im Berichtszeitraum 21,9 Millionen Zugriffe aus dem deutschsprachigen Raum. Angeboten wurden dort 486.871 unlizenzierte Verlagsprodukte.

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