Kick-Off zum LiBeraturpreis 2018

Das Publikum hat die Wahl

Ins Frankfurter Haus am Dom hatte gestern Litprom zur Kick-Off-Soirée des LiBeraturpreises 2018 eingeladen. Dabei wurden die acht Kandidatinnen vorgestellt, Auszüge aus ihren nominierten Werken vorgetragen. Im Anschluss startete das öffentliche Voting – das bis zum 31. Mai läuft. MATTHIAS GLATTHOR

Die Nominierten für den LiBeraturpreis 2018 (Namen jeweils von links)

Die Nominierten für den LiBeraturpreis 2018 (Namen jeweils von links) © Collage: Litprom

Für das Haus am Dom begrüßte Lisa Straßberger, Referat Literatur, die Gäste im gut gefüllten Saal. Die Veranstaltung und der LiBeraturpreis sei "eine wunderbare Gelegenheit, über den Tellerrand zu blicken", so Straßberger, Literaturen der Welt in den Fokus zu rücken. Anita Djafari, Geschäftsführerin von Litprom, umriss kurz die Geschichte des LiBeraturpreises, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum feiert. Vor fünf Jahren hatte Litprom die Organisation des Preises, der nur an Autorinnen aus dem Globalen Süden vergeben wird, übernommen. Der Preis sei heute noch genauso wichtig und nötig wie 1988, betonte Djafari.

Katharina Borchardt (am Pult) stellt einen Titel vor

Katharina Borchardt (am Pult) stellt einen Titel vor © Marie Thomas / Litprom

Dann startete die Vorstellungsrunde: Die Juroren der Litprom-Bestenliste Weltempfänger Thomas WörtcheAndreas FanizadehKatharina BorchardtAnita DjafariInsa Wilke und Ruthard Stäblein präsentierten jeweils eine Autorin und ihr Buch, Katharina Borchardt zwei, und versuchten mit Verve die Zuhörer für "ihren" Titel zu begeistern. Der Schauspieler Stéphane Bittoun trug mit sonorer und nunacenreicher Stimme Passagen aus den Werken vor − auf einer Leinwand wurden passende Bilder aus den Ländern gezeigt. Die Bandbreite reichte von der Coming-of-Age-Geschichte aus Israel ("Lügnerin"), über die Verarbeitung des Gwangju-Massakers 1980 in Südkorea ("Menschenwerk") bis zum geistreichen Ich-Erzähler in "Mein pochendes Leben", der unter Frühvergreisung (Progerie) leidet – teils also keine leichte Kost, aber allesamt erzählerische Kunstwerke, die gesellschaftliche Zustände und Entwicklungen in den Ländern vermitteln, aber auch universelle menschliche Befindlichkeiten schildern.

Folgende acht Autorinnen stehen zur Wahl für den LiBeraturpreis 2018:

  • Nona Fernández (Chile): "Die Straße zum 10. Juli". Roman. Aus dem Spanischen von Anna Gentz (Septime)
  • Ayelet Gundar-Goshen (Israel): "Lügnerin". Roman. Aus dem Hebräischen von Helene Seidler (Kein & Aber)
  • Han Kang (Südkorea): "Menschenwerk". Roman. Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee (Aufbau)
  • Ae-ran Kim (Südkorea): "Mein pochendes Leben". Roman. Aus dem Koreanischen von Sebastian Bring (cass)
  • Nguyen Ngoc Tu (Vietnam): "Endlose Felder". Erzählungen. Aus dem Vietnamesischen von Günter Giesenfeld und Marianne Ngo (Mitteldeutscher Verlag)
  • Shenaz Patel (Mauritius): "Die Stille von Chagos". Roman. Aus dem Französischen von Eva Scharenberg (Weidle)
  • Shumona Sinha (Indien/Frankreich): "Kalkutta". Roman. Aus dem Französischen von Lena Müller (Nautilus)
  • Kim Thúy (Kanada/Vietnam): "Die vielen Namen der Liebe". Roman. Aus dem Französischen von Andrea Alvermann und Brigitte Große (Antje Kunstmann)

Einen Live-Stream der mehr als gelungenen Veranstaltung kann noch auf der Facebook-Seite von Litprom angesehen werden.

Weitere Informationen zu den Autorinnen und Werken finden sich hier.

Nominiert für den den LiBeraturpreis 2018 wurden alle Autorinnen, die im vergangenen Jahr auf der Litprom-Bestenliste Weltempfänger vertreten waren.

Publikums-Voting läuft

Am Ende der Veranstaltung wurde zudem das öffentliche Voting gestartet, das bis zum 31. Mai läuft – und über die Preisträgerin 2018 entscheidet.

Als erstes hatten gestern Abend die Zuhörer die Gelegenheit abzustimmen. An der Spitze lag "Mein pochendes Leben", gefolgt von "Die Stille von Chagos" und "Endlose Felder" – aber das letzte Wort hat nun das Publikum.

Hier geht es zur Abstimmung.

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