Streit um Auslagerung

Hugendubel bestückt Landesbibliothek Berlin

Ab Januar 2018 wird Hugendubel Fachinformation für sechs von sieben Fachgebieten der Berliner Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) die Auswahl treffen - und die Bibliotheken dann auch beliefern. Die Maßnahme, mit der die Landesregierung Bibliothekslektoren einsparen möchte, sorgt in der Politik und bei Verdi für Unmut.

Bislang hatten private Dienstleister wie EKZ-Bibliotheksservice und die Hugendubel-Tochter Hugendubel Fachinformationen schon Medienpakete beliefert, der neue,  bis 2022 verlängerbare Vertrag mit einem Volumen von 2,22 Millionen Euro sieht laut Ver.di nun vor, dass Hugendubel pro Jahr 31.700 Bücher sowie 2.400 Filme und CDs liefern soll.

Bereits Ende April zeigte sich der Personalratsvorsitzender der ZLB,  Lothar Brendel, besorgt, dass es für die Planung "keine fachliche Begründung" gebe: "Es geht lediglich um ökonomische Überlegungen. Qualität und Inhalt sind nicht mehr so wichtig in diesen Zeiten." Die ZLB bestritt Qualitätseinbußen. Im "Neuen Deutschland" legte Brendel am vergangenen Mittwoch nach: "Zunächst ist es die Verlagerung der Kompetenz der Lektoren mit Steuergeldern an die Wirtschaft."

Hugendubel Fachinformationen wählt anhand von Lektüre-Profilen aus

Bislang waren für die Buchauswahl Lektoren der Bibliothek verantwortlich, die nun Lektüre-Profile erstellt haben, nach denen Hugendubel auswählen soll. Die von Ver.di geforderte Rücknahme des Vertrags wies der Sprecher des Berliner Kultursenators Klaus Lederer (Die Linke), Daniel Bartsch, als unbegründet zurück.

Der Streit setzt sich innerhalb der Linkspartei fort, weil die Partei sich im Wahlprogramm gegen eine Auslagerung ausgesprochen hatte. Franziska Brychcy, stellvertretende Landesvorsitzende, findet es im "Neuen Deutschland" "sehr kritisch, dass wir es nicht geschafft haben, zu verhindern, dass Hugendubel die Bücherauswahl macht".

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