Herder: Mit klarem Profil in die Zukunft
Wie übersetzt ein Verlag mit mehr als 225 Jahren Geschichte seine Werte in die Gegenwart? Mit dem Projekt "FutureBrand" hat Herder seinen Markenauftritt weiterentwickelt – klar, zeitgemäß und unverwechselbar.
Wie übersetzt ein Verlag mit mehr als 225 Jahren Geschichte seine Werte in die Gegenwart? Mit dem Projekt "FutureBrand" hat Herder seinen Markenauftritt weiterentwickelt – klar, zeitgemäß und unverwechselbar.
"Die Welt ist im Wandel – wir auch. Der Wille zur ständigen Erneuerung ist eine der Stärken von Herder“, sagt Verleger Manuel Herder. Tatsächlich stehen Verlage heute auf besondere Weise vor der Herausforderung, sich in einem sich rasant wandelnden Medienumfeld immer wieder neu zu positionieren, ohne ihre Identität aus dem Blick zu verlieren. Eine einfache Aufgabe ist das nicht. Herder hat sich ihr gestellt: Über einen Zeitraum von anderthalb Jahren entwickelte ein Team aus Mitarbeitenden der Redaktion, des Buchprogramms, des Marketings, des Personalwesens und der IT gemeinsam mit der Freiburger Designerin Hannah Lauer das neue Corporate Design, das der Verlag nun der Öffentlichkeit präsentiert hat.
Entstanden ist ein Erscheinungsbild, das die Identität des Verlages in eine zeitgemäße Gestaltung übersetzt: Neue Typografie, eine prägnante Farbwelt und ein flexibles grafisches System verleihen Herder über alle Medien hinweg einen klaren und eigenständigen Auftritt. Geschäftsführer Philipp Lindinger selbst beschreibt das Ergebnis als eine "behutsame und konsequente Weiterentwicklung" der Markenidentität. Das neue Corporate Design mache sichtbarer, wofür Herder heute stehe: "thematische Vielfalt, publizistische Qualität, gesellschaftliche Relevanz und eine zeitgemäße Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen." Zugleich bleibe der Verlag seinen Wurzeln verpflichtet.
Seit mehr als 225 Jahren begleitet Herder gesellschaftliche Debatten und veröffentlicht Bücher, die Wissen vermitteln, Orientierung geben und zum Nachdenken anregen. Aus dem Verlag, der 1798 sein erstes Buch verlegte, ist ein modernes Medienunternehmen entstanden, dessen Programm Religion, Theologie, Psychologie, Gesellschaft, Pädagogik, Geschichte, Politik und Kinderbuch ebenso umfasst wie aktuelle Fragen unserer Zeit.
Diese programmatische Breite stellte besondere Anforderungen an das neue Corporate Design: Es sollte unterschiedlichste Themenwelten verbinden und zugleich einen hohen Wiedererkennungswert schaffen. Ein flexibles Gestaltungssystem zieht sich deshalb konsequent durch alle Medien – von der Website über Social Media bis hin zu Anzeigen und Werbemitteln. Ein wiederkehrendes grafisches Element, das die Form eines geöffneten Buches aufgreift, verbindet die unterschiedlichen Anwendungen und schafft einen einheitlichen visuellen Auftritt.
Besonders bemerkenswert ist der Entstehungsprozess. Die FutureBrand wurde nicht extern entwickelt, sondern gemeinsam mit Mitarbeitenden wurde an der künftigen Ausrichtung der Marke gearbeitet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wofür Herder heute steht und wie sich dieses Selbstverständnis gestalterisch übersetzen lässt. Orientierung geben, gesellschaftliche Debatten begleiten, publizistische Qualität sichern und unterschiedliche Perspektiven zusammenführen – diese Haltung verdichtet sich im Leitgedanken "Voller Leben und Verstehen", der im gemeinsamen Markenprozess entstand.
Ein Corporate Design ist nie nur eine gestalterische Entscheidung. Es ist Ausdruck der Frage, wie ein Unternehmen sich selbst versteht und wie es wahrgenommen werden möchte. Gerade für ein traditionsreiches Verlagshaus bedeutet das, Herkunft und Zukunft miteinander zu verbinden. Mit FutureBrand hat Herder die eigenen Stärken nun noch einmal sichtbarer gemacht und eine moderne Markenidentität geschaffen, die den Verlag auch für die Herausforderungen der Zukunft klar positioniert.
Brand Direction: Hannah Lauer | Motion Design: Martin Schenk