Veranstaltung

"An die Schriftstellerinnen": Droste Festival 2026

24. August 2026
Redaktion Börsenblatt

Das Droste Festival "An die Schriftstellerinnen" will sich vom 3. bis 6. September mit weiblichem Schreiben in Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen.

Plakat zum Droste Festival

Plakat zum Droste Festival

Vom 3. bis 6. September lädt Burg Hülshoff – Center for Literature dazu ein, Bedingungen, Möglichkeiten und Perspektiven weiblichen Schreibens zu verhandeln – von Christine de Pizan über Annette von Droste-Hülshoff bis in die Gegenwart mit Autorinnen wie Heike Geißler, Alice Hasters, Barbi Marković, Angela Steidele und Sharon Dodua Otoo.

Die vier Festivaltage finden im und rund um das Rüschhaus in Münster-Nienberge statt. Mit Lesungen, Gesprächen, Performances, literarischen Rundgängen, einem zweitägigen Workshop und der Ausstellung "Droste Welten" soll das historische Haus zum Ausgangspunkt für eine Suchbewegung werden:

  • Was bedeutet es heute, als Frau zu schreiben?
  • Unter welchen Bedingungen entsteht Literatur – und wie verändern sich diese Bedingungen?

Weibliches Schreiben entsteht in gesellschaftlichen Ordnungen, die es zugleich ermöglichen und begrenzen. Annette von Droste-Hülshoff hebe diese Spannung in ihrem eigenen Schreiben immer wieder ausgelotet. 1841 habe sie mit ihrem Gedicht "An die Schriftstellerinnen in Deutschland und Frankreich" einen poetischen Aufruf an ihre schreibenden Kolleginnen gerichtet.

Das Rüschhaus, ihr Lebens- und Schaffensort, soll mit dem Festival zum Ausgangspunkt werden, um diese Fragen in die Gegenwart weiterzuschreiben. Daran knüpft das Droste Festival mit sehr unterschiedlichen literarischen Positionen an.

Der zweitägige Workshop "An die Schriftstellerinnen" öffne den Blick noch weiter zurück und zugleich auf die theoretischen Grundlagen des Festivals. Christine de Pizan entwarf um 1405 mit "Das Buch von der Stadt der Frauen" eine literarische Gegenwelt und setzte der misogynen Literatur ihrer Zeit eine eigene Geschichte und Gemeinschaft von Frauen entgegen.

Das Droste Festival "An die Schriftstellerinnen" versteht das Rüschhaus damit nicht als abgeschlossenen Erinnerungsort, sondern als einen Ort, an dem sich literarische Geschichte mit gegenwärtigen Fragen verbindet: Wer kann schreiben? Für wen wird geschrieben? Welche Stimmen werden gehört – und welche fehlen? Und wie lässt sich Literaturgeschichte neu und anders erzählen?