Nina Bußmann wurde 1980 in Frankfurt am Main geboren und lebt in Berlin und im Wendland. Für ihre Romane, darunter "Große Ferien" und "Dickicht" (beide Suhrkamp Verlag), erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter den Robert Gernhardt Preis (2019), den 3sat-Preis (2011) sowie das Alfred-Döblin-Stipendium (2022). 2025 erhielt sie das Arbeitsstipendium Literatur des Berliner Senats.
Jurybegründung: "In 'Drei Wochen im August' entwirft Nina Bußmann ein Kammerspiel um eine Reisegruppe, für die plötzlich alles sicher Geglaubte auf dem Spiel steht. Ein Paar, eine Familie, vielleicht eine ganze Gesellschaft gerät in Gefahr. Während sich Waldbrände bedrohlich dem Ferienhaus am Meer nähern, seziert der Roman mit psychologischer Präzision die inneren Verheerungen seiner Figuren. Ob das Fegefeuer von innen oder von außen brennt, bleibt das Mysterium dieses Romans."
Marius Goldhorn wurde 1991 in Lahnstein geboren und ist Autor des Romans "Park" (Suhrkamp Verlag) und des Gedichtbandes "Yin" (Korbinian Verlag). Seine Erzählungen und Essays wurden in mehrere Sprachen übersetzt. 2025 erscheint sein zweiter Roman bei Kiepenheuer & Witsch.
Jurybegründung: "Marius Goldhorn ist mit seiner Near-Future-Dystopie 'Die Prozesse' ein vielgestaltiger Gesellschaftsroman für das 21. Jahrhundert gelungen. In reduzierter, zugleich poetisch verschlüsselter Sprache entwirft Goldhorn eine Welt, in der digitale Realitäten, Klimawandel, politische Kämpfe um Umverteilung und koloniale Wiedergutmachung ineinanderfließen. Vor dieser Kulisse erzählt Goldhorn in lakonischer Introspektive eine queere Liebesbeziehung. So entsteht ein Roman von komplexer Erzählkunst, der persönliche Beziehungen und globale Umbrüche ineinander verschränkt und seine Leser:innen mit großer atmosphärischer Dichte in den Bann zieht."
Ozan Zakariya Keskinkılıç, geboren 1989, studierte Politikwissenschaft in Wien, Berlin und Cambridge. 2022 erschien sein Lyrikdebüt "Prinzenbad" (Elif Verlag), 2023 das Sachbuch "Muslimaniac. Die Karriere eines Feindbildes" (Verbrecher Verlag). Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht, u. a. in "anders bleiben" (Rowohlt, 2023), und in mehrere Sprachen übersetzt. Er wurde u. a. für den Clemens-Brentano-Preis und den Dresdner Lyrikpreis nominiert und erhielt 2025 den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis. Hundesohn ist sein erster Roman.
Jurybegründung: "Witzig und berührend erzählt 'Hundesohn' von einer Identitätssuche im heutigen Berlin. Die Hauptfigur Zeko bewegt sich zwischen Literatur, queerer Dating-App und der Sehnsucht an seine Liebe aus Kindertagen in der Türkei. Die komplizierte Beziehung aus Annäherung, Nähe und Gewalt bestimmen Zekos Handeln, Fühlen und Denken. Keskinkılıçs Roman widmet sich Fragen nach Migration, Männlichkeit und Begehren. So entsteht eine Welt über die Grenzen zwischen Ländern, Sprachen und Körpern hinweg. Aus all dem wird hier große Literatur."