Der Buchblog-Flaneur: Zehn Leseempfehlungen aus dem August 2026

"Romane, die ich nicht beachtet hätte"

31. August 2026
Redaktion Börsenblatt

Wie jedes Jahr wurde im August die Longlist des Deutschen Buchpreises bekannt gegeben. Dies ist ein guter Einstieg für die August-Kolumne des Buchblog-Flaneurs, denn natürlich schlägt sich das auch in der bunten Welt der Literaturblogs wieder. Hier kommen seine Empfehlungen.

Uwe Kalkowski

Uwe Kalkowski

Exemplarisch sei hier die Besprechung des Longlist-Romans "King Cobra" von Muri Darida im Blog Kommunikatives Lesen genannt. Blogger Alexander Carmele stellt das Werk wunderbar ausführlich vor und setzt sich intensiv mit Stil, Sprache und Form auseinander - ohne zu spoilern. 

Buchflaneur

Gleichzeitig ist der August der Monat der zu Ende gehenden Ferien (außer in Bayern und Baden-Württemberg, die haben noch zwei Wochen). Im Blog glasperlenspiel13 blickt Bloggerin Vera Lejsek auf ihren Urlaub zurück und stellt "Sieben Bücher für einen Ostseesommer" vor. Eine schöne Titelmischung, vorbeischauen lohnt sich sehr. 

Es ist schon zwölf Jahre her: 2014 hat Lutz Seiler für seinen Roman "Kruso" den Deutschen Buchpreis erhalten. Es ist ein zeitloses Werk - das beweist die Rezension von Andrea Breuer in ihrem Blog danares.mag - Blog für Weltliteratur & Straßenpoesie.

Ehrengast Tschechien

Die Frankfurter Buchmesse steht vor der Türe - und dieses Jahr ist Tschechien der Ehrengast. Es ist ein Gastland, das viel zu bieten hat: Wer einen Einstieg in die literarische Vielfalt Tschechiens sucht, dem sei der Blog Bücherkaffee wärmstens ans Herz gelegt. Bloggerin Alexandra Stiller war auf Einladung von Czechia 2026 in Prag, Liberec und Jablonec unterwegs. In einer Beitragsreihe berichtet sie nun über Bücher und Orte, Gespräche und Begegnungen.

"Sein Geruch nach dem Regen" von José Luis Munuera ist ein Comic nach dem Roman von Cédric Sapin-Defour. Bloggerin Kathrin Müller schreibt in ihrem Blog Phantasienreisen darüber: "Es ist einer jener Comics, bei denen absolut alles stimmt und on point ist – und die dich auf wenigen Seiten mehr berühren als so mancher 500-Seiten-Roman oder 3-Stunden-Film."

Gerade eben sind die USA 250 Jahre alt geworden. Und in diesem langen Zeitraum hat die Literatur aus den Vereinigten Staaten viele wegweisende und bleibende Werke hervorgebracht. Im Blog intellectures gibt es eine große Vorstellungsrunde: Für beinahe jedes Jahrzehnt wird ein bedeutendes Werk genannt - ab dem 20. Jahrhundert sogar jeweils zwei. Ein großartiger Blogbeitrag und eine spannende Zusammenstellung.

Wiederentdeckte Klassiker

Im schönen Blog ersatzgestalt wird ein Band aus der schönen Naturkunden-Reihe von Matthes & Seitz vorgestellt: "Einen Stein zum Sprechen bringen" von Annie Dillard. Bei der Gelegenheit sei der Blog wärmstens zum Besuch empfohlen - hier gibt es über Buchbesprechungen hinaus viele Texte zu den unterschiedlichsten literarischen Themen zu entdecken. 

Im Blog Bücherbriefe gibt es immer wieder Buchvorstellungen von wiederentdeckten Klassikern. Im August geht es um den fast vergessenen Roman "Marschieren – nicht träumen" von Emil Belzner. Veröffentlicht wurde der Antikriegsroman das erste Mal 1931 und bis heute hat er nichts von seiner Dramatik verloren. Blogger Eugen Tews schreibt: "Eindrucksvoll gelingt es Belzner, sich den Auswirkungen des Krieges auf die Gesellschaft und den Einzelnen erzählerisch und handwerklich anzunähern. Eine Lektüre, die niemanden kaltlässt. Nicht immer einfach. Aber wichtig und groß." Auch im Blog Bleisatz gibt es wieder Literatur zu entdecken, die sonst kaum vorgestellt wird - und genau deshalb sind die "klassischen" Buchblogs so wichtige Schaufenster für Bücher. Im August stellte Bloggerin Bettina Schnerr zum Beispiel den japanischen Roman "Das Geständnis" von Jun'ichirõ Tanizaki vor, erschienen im Septime Verlag

Klappentext

Blogger Stefan Härtel schafft es in seinem Blog Bookster HRO (das "HRO" steht für Rostock) immer wieder, mein Interesse für Romane zu wecken, die ich sonst anhand des Klappentextes eher nicht beachtet hätte. So geschehen auch im August mit seiner lesenswerten Besprechung des Romans "So, in etwa, ist es geschehen" von Sharon Dodua Otoo. Das Buch werde ich wohl unbedingt lesen müssen. 

Und apropos Klappentext: In meinem eigenen Blog Kaffeehaussitzer schreibe ich über den Roman "Wir gehen mal los" von Raffaella Romagnolo, bei dem der Klappentext zwar schon sämtliche Eckpunkte der Handlung verrät - mich das Buch aber trotzdem tief hinein die Geschichte gezogen hat.  

Das waren sie, die August-Fundstücke des Buchblog-Flaneurs. Bis bald, ich wünsche uns allen einen schönen Spätsommer und viel Lesezeit.

Über den Autor

Uwe Kalkowski ist seit über dreißig Jahren in der Buchbranche tätig und kennt sie aus verschiedenen Perspektiven: Als Buchhändler, als Absolvent des Studiengangs Verlagswirtschaft in Leipzig und als Mitarbeiter verschiedener Verlage. Seit 2019 arbeitet er für den Eichborn Verlag in Köln. Auf seinem privaten Literaturblog Kaffeehaussitzer schreibt er über Bücher und Leseerlebnisse. Als Buchblog-Flaneur stellt er monatlich zehn Fundstücke aus der Welt der Literaturblogs vor.