"Shida Bazyars Roman 'Die Lücken' ist an Facettenreichtum kaum zu überbieten. Wie dort aus individuellen Schicksalen das Gesellschaftsbild einer deutschen Kleinstadt über neunzig Jahre zusammengesetzt wird, das ist ebenso meisterhaft erzählt wie die bedrückende Kontinuität der Ausgrenzung, die nach den jüdischen Mitbürgern auch die in der zweiten Jahrhunderthälfte zugezogenen Migranten erfahren. Keiner Figur dieses grandiosen Buchs darf man sich sicher sein, und diese Befremdungserfahrung bei der Lektüre spiegelt die Hilflosigkeit jener, die im Roman nicht der Gemeinschaft zugerechnet werden."
"Susanne Heims 'Die Abschottung der Welt' ist der Musterfall eines Sachbuchs. Auf der Basis akribischer Recherche wird ebenso anschaulich wie mitreißend erzählt, was aus dem Machtbereich des Nationalsozialismus fliehende Juden in anderen Staaten erwartete: im günstigen Fall Gleichgültigkeit, aber viel öfter Ablehnung, Schikanen oder gar Zurückführung in die Hände derer, denen sie sich entkommen geglaubt hatten. Der Schluss auf die gegenwärtigen Haltungen gegenüber Flüchtlingen liegt nahe, und so wird aus einer Geschichtsstudie ein aktuelles Plädoyer."
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