Bayerischer Buchpreis und Bayern 2-Publikumspreis 2026

Shida Bazyar, Susanne Heim und Annette Dittert gewinnen

30. Oktober 2026
Redaktion Börsenblatt

In München ist gestern Abend der Bayerische Buchpreis verliehen worden. In der Kategorie Belletristik erhielt Shida Bazyar den Preis für ihren Roman "Die Lücken", in der Kategorie Sachbuch wurde Susanne Heim für ihr Buch "Die Abschottung der Welt" ausgezeichnet. Der Bayern 2-Publikumspreis ging an das Buch "Dear Britain" von Annette Dittert.

Preisträgerinnen Susanne Heim (li.) und Shida Bazyar (re.) mit Medienminister Dr. Florian Herrmann

Preisträgerinnen Susanne Heim (li.) und Shida Bazyar (re.) mit Medienminister Dr. Florian Herrmann

Zusätzlich würdigte Ministerpräsident Dr. Markus Söder den Journalisten und Autor Stefan Aust mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten. Die Jury des Bayerischen Buchpreises diskutierte live und in Anwesenheit der nominierten Autorinnen und Autoren sowie vor geladenem Publikum in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz über drei Romane und drei Sachbücher. Nach insgesamt 60 Minuten fällte die Jury, der dieses Mal Maja Beckers (DIE ZEIT), Andreas Platthaus (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Marie Schoeß (Bayerischer Rundfunk) angehörten, die Entscheidung, "Die Lücken" von Shida Bazyar (Kiepenheuer & Witsch) und "Die Abschottung der Welt" von Susanne Heim (C.H.Beck) auszuzeichnen. Die Preisträgerinnen erhalten jeweils 10.000 Euro sowie eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan. Für Shida Bazyar ist es nach den Deutschen Buchpreis und dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis bereits die dritte renommierte und hochdotierte Auszeichnung.

Die Jury (Andreas Platthaus, Marie Schoeß, Maja Beckers) sitzt auf Sesseln auf einer Bühne, Jeder hält lächelnd ein Buch hoch in die Luft

Die Jury: Andreas Platthaus, Marie Schoeß, Maja Beckers (von links)

Die Begründungen der Jury

"Shida Bazyars Roman 'Die Lücken' ist an Facettenreichtum kaum zu überbieten. Wie dort aus individuellen Schicksalen das Gesellschaftsbild einer deutschen Kleinstadt über neunzig Jahre zusammengesetzt wird, das ist ebenso meisterhaft erzählt wie die bedrückende Kontinuität der Ausgrenzung, die nach den jüdischen Mitbürgern auch die in der zweiten Jahrhunderthälfte zugezogenen Migranten erfahren. Keiner Figur dieses grandiosen Buchs darf man sich sicher sein, und diese Befremdungserfahrung bei der Lektüre spiegelt die Hilflosigkeit jener, die im Roman nicht der Gemeinschaft zugerechnet werden."

"Susanne Heims 'Die Abschottung der Welt' ist der Musterfall eines Sachbuchs. Auf der Basis akribischer Recherche wird ebenso anschaulich wie mitreißend erzählt, was aus dem Machtbereich des Nationalsozialismus fliehende Juden in anderen Staaten erwartete: im günstigen Fall Gleichgültigkeit, aber viel öfter Ablehnung, Schikanen oder gar Zurückführung in die Hände derer, denen sie sich entkommen geglaubt hatten. Der Schluss auf die gegenwärtigen Haltungen gegenüber Flüchtlingen liegt nahe, und so wird aus einer Geschichtsstudie ein aktuelles Plädoyer."

Die Nominierten

Nominiert waren in der Kategorie Belletristik neben den Preisträgerinnen auch "Licht nach oben" von Susan Kreller (Schöffling & Co.) und "Glaszeit" von Leh-Wei Liao (Luchterhand) in der Kategorie Belletristik sowie die Sachbücher "Die Welt verändern" von Andreas Dorschel (Klostermann) sowie "Tierwelt am Limit" von Norbert Sachser und Niklas Kästner (Rowohlt).

zwei Männer, einer davon mit Preisskulptur, stehen strahlend auf der Bühne

Ehrenpreisträger Stefan Aust und Medienminister Dr. Florian Herrmann

Ehrenpreis an Stefan Aust

Leiter der Staatskanzlei, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Medien Dr. Florian Herrmann überreichte Stefan Aust den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten und betonte: "Bayern ist Buchland und einer der wichtigsten Verlagsstandorte in Deutschland! Rund 300 Buchverlage und über 9.500 Erstauflagen im Freistaat zeigen, dass das Buch in Bayern ein Zuhause hat. Wir sind stolz auf die Branche, ihren wirtschaftlichen Erfolg – und freuen uns über die zahlreichen Geschichten, die uns die Bücher erzählen. Lesen ist Leidenschaft und Genuss. Bücher entführen uns in fremde Welten, unterhalten und informieren."

Der Publikumspreis

Der Bayern2-Publikumspreis war die vierte Auszeichnung, die an dem Abend vergeben wurde. Gekürt wurde das Buch „Dear Britain“ von Annette Dittert (DuMont). Leserinnen und Leser konnten in den vergangenen Wochen für ihren Favoriten unter fünf Bestsellern bayerischer Buchhandlungen votieren. Zur Wahl standen neben dem Preisträgertitel auch die Bücher „Lázár“ von Nelio Biedermann (Rowohlt Berlin), „Nein sagen“ von Matthias Brandt (Kiepenheuer & Witsch), „Die Riesinnen“ von Hannah Häffner (Penguin) sowie „Pina fällt aus“ von Vera Zischke (List).

Die Unterstützer

Durch den Abend führte Judith Heitkamp. Die Veranstaltung wurde live im Radio auf Bayern 2 übertragen. Die Sendung steht auch als Podcast zur Verfügung. Veranstaltet wird der Bayerische Buchpreis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern mit Förderung durch die Bayerische Staatskanzlei. Medienpartner des Preises ist Bayern 2, unterstützt wird er von der ZEIT Verlagsgruppe, der Bayerischen Sparkassenstiftung sowie dem Verein zur Leseförderung.