Anerkennung und Unterstützung für diese Arbeit drücke sich seit 2015 im Deutschen Buchhandlungspreis aus. Über die Auswahl der Preisträger entscheidet eine unabhängige Fachjury nach kulturellen und künstlerischen Kriterien. Dieses Verfahren diene ausdrücklich dazu, die Preisvergabe vor politischer Einflussnahme zu schützen.
Umso problematischer sei es, dass Wolfram Weimer drei der insgesamt 118 von der Jury ausgewählten Buchhandlungen von der Liste gestrichen hat: Golden Shop (Bremen), Rote Straße (Göttingen) und Zur schwankenden Weltkugel (Berlin). Begründet werde dies mit – nicht näher ausgeführten – Erkenntnissen des Verfassungsschutzes sowie dem Hinweis, staatliche Fördergelder dürften nicht an "Feinde des Staates" oder "Extremisten" vergeben werden.
Wenn jedoch ein einzelner politischer Amtsträger auf Grundlage nicht öffentlich nachvollziehbarer Informationen oder schwer überprüfbarer Einzelfälle in die Entscheidung einer unabhängigen Jury eingreife, "stellt dies einen schwerwiegenden Eingriff in ein Verfahren dar, das gerade geschaffen wurde, politische Einflussnahme auszuschließen". Entscheidungen dieser Tragweite würden unmittelbar die Vielfalt des Buchhandels und damit die literarische Öffentlichkeit berühren.