Krise der Midlist-Titel

Wenn die Konzentration auf Topseller zur Gefahr wird

15. September 2026
Holger Heimann

Es gibt die Ausreißer nach oben und nach unten, es gibt die Spitzen- und die Nischen­titel. Das weite Feld dazwischen, die sogenannte Midlist, ist der Programmkern eines jeden Publikumsverlags. Doch der Druck auf diesen Kern wächst. Analysen und Auswege.

Buchhandlung Heymann in Hamburg-Winterhude

Bestsellerwand und Stapelware: Buchhandlung Heymann in Hamburg-Winterhude.

"Die Midlist, das sind die Bücher, die eine gewisse Auflage erreichen, mit denen man als Verlag etwas verdient. Das ist deutlich runter­gegangen", sagt S. Fischer-Verlagsleiter Oliver Vogel. Und Florian Kessler,  Programmleiter für Literatur bei Hanser, rechnet vor: "Die Midlist ist der Bereich, in dem ein Buch sich halbwegs selbst trägt. Bei einem Verlag unserer Größe, mit unseren Kosten, mit unserem Personal sind das 10.000 – das ist die Zahl, die viele Romane und viele Sachbücher erreichen konnten. Und diese Zahl erodiert, es gibt eine massive Absenkung. Ich würde sagen: 5.000 ist das neue 10.000."