Künstliche Intelligenz

"Wir leisten mittlerweile fast täglich Aufklärungsarbeit im Laden"

15. Oktober 2026
Sabine Cronau

Künstliche Intelligenz sickert in alle Branchenfelder ein, viele pflügt sie grundlegend um – im Guten wie im Schlechten. Wie können Verlage eine eigene Haltung beim KI-Einsatz entwickeln? Und was wünscht sich der Buchhandel?

Hand hält Buch - Künstliche Intelligenz

Vor wenigen Tagen fragte eine Kundin in der Buchhandlung Nimmerland in Mainz-Gonsenheim nach einem Reiseführer über das Ägyptische Museum in Kairo. Sie hatte im Netz mehrere gesehen und wollte wissen, welchen Titel Inhaberin Susanne Lux ihr denn empfehlen könne. Die Buchhändlerin erkannte schnell, dass sämtliche Titel "KI-Quatsch" waren, wie Lux es formuliert – "lustigerweise alle von derselben 'Autorin' geschrieben, die natürlich Reiseführer quer durch die Welt anbietet". Lux empfahl und bestellte stattdessen einen Kairo-Reiseführer aus einem seriösen Verlag. Dennoch war die Kundin irritiert und enttäuscht, weil sie nicht das bekam, was sie sich erhofft hatte – nämlich einen speziellen Museumsreiseführer: "Manchmal", so Lux, "ist es eben schwierig ..."