Politische Buchhandlungen

Der Diskussionsbedarf ist groß

6. Mai 2025
Susanna Wengeler

Sorgen herausfordernde Zeiten für gute Umsätze im politischen Buchhandel? Eher nicht. Aber mehr denn je sind solche Läden Anlaufstellen für den Austausch. Drei Beispiele.

Buchhandlung BiBaBuZe

"Buchladen für Leute, die die Schnauze voll haben und sie nicht halten wollen": BiBaBuZe in Düsseldorf.

Ein Dienstagmittag im ­April: In der unweit des Düsseldorfer S-Bahnhofs Bilk beheimateten Buchhandlung BiBaBuZe (Bilker Basis Buch Zentrale) holt eine Kundin ein bestelltes Buch ab. Auf dem Tresen entdeckt sie eine Broschüre, in der über rechte Propa­ganda aufgeklärt wird. Die nehme sie auch mit, meint sie zu Inhaberin Antje Westermann – denn manchmal sei sie ratlos, auf welcher Website sie sich gerade befinde, und wolle nichts Falsches anklicken. Mit ihrer Verunsicherung angesichts globaler Herausforderungen steht sie nicht allein da. Müssten das nicht goldene Zeiten für politische Buchhandlungen sein? Einen Run auf das tiefe Sortiment politischer Sachbücher könne er nicht feststellen, meint Inhaber Hans Schmitz. "Das Geschäft läuft bei uns stabil, aber das speist sich aus allen Segmenten" – Sachbuch, Belletristik und Jugendbuch.