Der junge Schauspieler, der für ein Engagement in eine fremde Stadt kommt, heißt „Du“. Übergangsweise zieht er zu einem Kollegen in ein karg eingerichtetes Zimmer. Im Gepäck hat er vor allem eines: seine Bücher. Viel mehr braucht er nicht zum Leben. Als er sie gerade zu einem Turm stapelt, öffnet sich mit einem leisen Seufzen die Tür eines alten Schranks. Zum Vorschein kommen die Hinterlassenschaften eines fremden Lebens: ein Rezeptbuch, ein angeschlagenes Teeservice, ein blaues Kleid. Und an der Innenseite der Schranktür hängt das Foto einer jungen Frau. Auf dem Bild wendet sie den Blick ab – und zieht ihn dennoch in ihren Bann. Wer ist sie?
Ihren Namen erfahren die Leser*innen nicht. Die Geschichte der jungen Frau wird aus ihrer eigenen Ich-Perspektive erzählt. Sie ist ebenfalls Schauspielerin und hat von Liebeswirrungen eigentlich genug. Doch eines Abends sitzt da im Restaurant dieser junge Mann "in der Einsamkeit seines weißen Tellers" und liest. "Du und ich sahen uns an. Und obwohl wir uns schon einige Male begegnet sein mussten, sahen Du und ich uns nun zum ersten Mal an." Und plötzlich ist alles anders.