Und was machen wir darin, wir Buchhändler*innen? Wie immer: Wir sind da. Wahrscheinlich geht es uns neben Textilern, Schuhgeschäften und reinen Geschenkartikelläden sogar gut. Die Ware verliert nicht so schnell an Wert, und die Kernkundschaft ist eher solvent. Vor Corona fand ich manchmal schwer zu vermitteln, dass eine Buchhandlung nicht von Gratis-Kulturarbeit und Leseförderung lebt, sondern vom Umsatz. Geld schien etwas zu sein, dessen Vorhandensein vorausgesetzt wurde. Dies ist nun anders, und darin sehe ich eine Chance. Wer es bis hierher geschafft hat, dem ist das mit Geld gelungen, das die Kunden ins Geschäft getragen haben und eben nicht mit Subventionen.
Mein Eindruck ist, dass 2021 spannend wird. Wir werden womöglich andere Bücher verkaufen, neue Sortimente. Wir werden uns immer wieder Neues überlegen, denn an Krisenerfahrung mangelt es wahrlich nicht. Seien wir aber vorsichtiger in der Annahme der Schleifchen und Urkunden. Ganz ehrlich: Ich möchte keine öffentlichen Belobigungen mehr, keine Preise, Zertifikate und all das andere Prestige-Gelumpe. Ich möchte von Politikern einfach, dass sie ihre Arbeit machen. Das Wetter und der Buchhandel tun das nämlich auch.
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