Ein harter Überlebenskampf
2020 war für den Sortimentsbuchhandel in den USA ein Schicksalsjahr. Corona sorgte hier für massive Umsatzeinbußen. Die Absage der BookExpo New York und der Verkauf von Simon & Schuster lösten weitere Turbulenzen aus.
2020 war für den Sortimentsbuchhandel in den USA ein Schicksalsjahr. Corona sorgte hier für massive Umsatzeinbußen. Die Absage der BookExpo New York und der Verkauf von Simon & Schuster lösten weitere Turbulenzen aus.
Es sind vor allem drei Ereignisse, die den Buchmarkt der Vereinigten Staaten in diesem dramatischen Jahr erschüttert haben:
Während die Verlage verloren gegangene Umsätze im Frühjahr weitgehend wettmachen konnten und laut Verlegervereinigung AAP bis Oktober kumuliert auf ein leichtes Umsatzminus von einem Prozent kamen, hat sich die Lage des Sortimentsbuchhandels massiv verschlechtert. Seit März büßen die unabhängigen Buchhandlungen Umsätze im zweistelligen Prozentbereich ein, und es ist noch nicht abzusehen, ob die Talfahrt mit dem Weihnachtsgeschäft endet.
Covid-19 sei für das schwierigste Geschäftsumfeld in den USA seit fast 100 Jahren verantwortlich, meint Allison Hill, CEO der American Booksellers Association (ABA). »Unabhängige Buchläden sind einzigartige Zentren ihrer Gemeinden, Orte, die besonders geschätzt werden, weil sie Möglichkeiten bieten, sich zu versammeln und zu verbinden. Angesichts der notwendigen gesundheitlichen Schritte der sozialen Distanzierung und – in einigen Gemeinden – der vorübergehenden Schließung sind Indie-Buchhandlungen besonders hart getroffen worden.«
Seit Beginn der Pandemie im März haben bisher landesweit 57 Mitgliedsbuchhandlungen ihre Ladentüren für immer geschlossen, so die ABA; seit Januar waren es 78. »Viele Läden arbeiten zurzeit im Minus und haben Geldprobleme«, weiß Allison Hill. »Wir glauben, dass viele in ernster Gefahr sind. Nach unserer Einschätzung könnten 20 Prozent der Buchhandlungen im neuen Jahr die Schließung drohen.«
Stellvertretend für die Buchhandlungen, die ihr Geschäft wegen der Corona-Pandemie aufgeben mussten, sei City Lit Books in Chicago genannt, eine mit viel Engagement und Herzblut vor acht Jahren gegründete Buchhandlung, die sich rasch zu einem kulturellen Treffpunkt mit hochkarätigen Veranstaltungen entwickelt hatte. Doch Inhaberin Teresa Kirschbraun sah angesichts der Lage keine andere Wahl, als das Geschäft zum 1. Dezember zu schließen. »Es ist wahrscheinlich, dass noch einmal mindestens neun Monate vergehen, bevor wir wieder zum normalen Alltagsgeschäft zurückkommen – und ich sehe mich nicht in der Lage, die finanziellen Verluste für einen so langen Zeitraum zu tragen«, schreibt sie auf ihrem Blog.