Hanaus Ideenwerkstatt
Mit zunehmender Fantasie und steigenden Budgets wehrt sich eine Stadt gegen Leerstand und Verödung. Dieter Dausien über die Erfolge von »Hanau aufLaden« – und wie seine Buchhandlung davon profitiert.
Mit zunehmender Fantasie und steigenden Budgets wehrt sich eine Stadt gegen Leerstand und Verödung. Dieter Dausien über die Erfolge von »Hanau aufLaden« – und wie seine Buchhandlung davon profitiert.
Wenn man in Hanau lebt, hadert man immer mal mit seiner Stadt. Und wenn man in Hanau eine Buchhandlung betreibt, vielleicht noch ein bisschen mehr. Hanau ist eine Industrie-, nicht gerade eine Buchstadt. Zwar haben wir die 100 000-Einwohner-Marke zur Großstadt gerissen, aber es gibt keine Hochschule oder gar Uni, ein intellektueller Bevölkerungskern fehlt ebenso wie reichhaltiger Fremdenverkehr, sieht man von gelegentlichen Grimm-Tourist:innen ab (die Brüder Grimm haben hier ihre allerersten Lebensjahre verbracht, Gott sei Dank!). Auch der bauliche Charme hält sich in Grenzen, wurde Hanau doch in den letzten Kriegstagen zu 85 Prozent zerstört. Und von der dezentralen Verfasstheit unseres Landes hat Hanau ebenfalls nichts abbekommen – die Nachbarstadt Offenbach hat ja wenigstens den Deutschen Wetterdienst ergattert.