Matthias Mayer über Verlagsvorschauen
"Ich will Papier, über das ich stolpern kann"
2. September 2026
Gedruckte Vorschauen sind für unseren Kolumnisten Matthias Mayer kein Wegwerfpapier. Sie machen seinen Buchhändleralltag sinnlich und schenken ihm etwas, das PDF und Laptop nicht ersetzen können. Rowohlts kleine Umfrage im Namen der Nachhaltigkeit lässt ihn grübeln.
Matthias Mayer ist Buchhändler in Langenselbold.
© privat
Nix zum Entsorgen nach getaner Arbeit, alle Kommentare direkt beim Titel, alle Kolleg:innen können bei entsprechender Freigabe ebenfalls kommentieren, es lassen sich exportierbare Listen erstellen und an Premiumkunden digitale Kataloge oder Empfehlungen (vom TIX-Team ebenfalls "Vorschauen" genannt) mailen.
Wer will, kann sich eine elektronische Direktbestellfunktion freischalten lassen, oder vorab zur Reise den Verlagsvertretungen senden.
Die Art der Katalogbearbeitung macht wohl weniger den / die Buchhändler:in aus, als die Qualität der Auswahl.
Und Entsofgungskosten fallen auch weg.
Coole Sache.
Nachsatz 2: Sebastian Stroh war Österreicher und "Stroh Rum" ist demzufolge auch in Hamburg ein Impo
Das meiste von dem, was du beschreibst, ist natürlich Quatsch. Leider derart gut beobachteter und unterhaltsam formulierter Quatsch, dass wir uns damit ernsthaft beschäftigen müssen. Denn unter dem Papierstapel stecken fünf ziemlich echte Aufgaben:
● Blättern: keine PDF-Wüste, sondern digitale Vorschauen, in denen man sich durch Bücher bewegen und Bilderbuch-Doppelseiten wirklich anschauen kann.
● Stolpern: Titel müssen sichtbar bleiben und entdeckt werden, ohne dass man jedes Mal gezielt nach ihnen suchen muss.
● Bekritzeln: Herzchen, Fragezeichen, Kreuze, Notizen und persönliche Fundstücke müssen genauso selbstverständlich funktionieren wie auf Papier.
● Fortschritt spüren: Man muss sehen, was schon bearbeitet ist, was noch offensteht und wann der digitale Vorschau-Stapel endlich erledigt ist.
● Entscheiden und bestellen: Aus dem Herzchen, Fragezeichen oder Kreuz muss ohne Medienbruch eine Besprechung, ein Leseexemplar oder eine Bestellung werden.
Daraus bauen wir gemeinsam den Mayer-TÜV für digitale Vorschauen: fünf harte Kriterien, null Alibi-PDF.
Du testest dann eine Oetinger-Saison lang unsere Vorschauen ausschließlich über VLB-TIX. Du darfst markieren, lästern und jeden digitalen Stolperstein melden.
Wir bessern nach und veröffentlichen das Ergebnis ungeschönt.
Unser Ziel ist klar: Wir sollten den Standardversand gedruckter Gesamtvorschauen perspektivisch beenden – aus Nachhaltigkeits- und Kostengründen. Weniger Papier, Druck und Porto; das eingesparte Geld gehört ins Programm, in die Inhalte und in einen besseren Service für den Buchhandel.
Wenn du am Ende sagst: „Geht doch“, bekommst du den Goldenen digitalen Eselsohr-Orden, die Urheberschaft am Mayer-Modus, ein Hamburger Printentzugspaket mit Franzbrötchen, Dosen-Labskaus, Aalsuppen-Gutschein und persönlichem Mayer-Stolperstein – plus ein analoges Abendessen mit mir.
Wenn du sagst: „Ich habe es euch ja gesagt“, bekommst du die letzte gedruckte Mayer-Sondervorschau.
Deal?
Thilo
#Stolperwette #MayerTÜV #MayerModus #VLB-TIX #KeineVorschauOhneTest