Tove Ditlevsen | ANZEIGE

»Schreiben heißt, sich selbst auszuliefern.«

14. Januar 2021
von TONI HECHT

Die dänische Autorin Tove Ditlevsen schrieb in den späten 1960er  Jahren drei autobiografische Bücher. Jetzt, über 50 Jahre später, löst die »Kopenhagen-Trilogie« weltweit Begeisterung aus. Sie erzählt vom Jungsein, von Liebe und Zerstörung und vom unbändigen Wunsch einer  Frau nach einem selbstbestimmten Leben.

Sie schreibt mit einer soghaften Offenheit. Die Autorin Tove Ditlevsen kam 1917 im Kopenhagener Arbeiterviertel Vesterbro zur Welt, und ihr Weg als Hausfrau und Mutter schien vorgezeichnet. Doch Tove weiß, dass sie nur eines will: schreiben. Und das tut sie dann auch. Schon mit Anfang 20 war Ditlevsen allen Widerständen zum Trotz in Dänemark eine bekannte Schriftstellerin; ihre Bücher haben dort Generationen von Frauen geprägt. Das Herzstück ihres Werks wurde nun erstmals in Gänze ins Deutsche übersetzt: die »Kopenhagen-Trilogie«, geschrieben von der 50-jährigen Tove Ditlevsen in einer Suchtklinik. Mit einem unerschrockenen Blick taucht die Autorin in ihr Leben ein und nimmt ihre Leserinnen mit: Sie schreibt von einer Kindheit im Arbeitermilieu, von Hunger und der Spanischen Grippe, vom Erwachsenwerden, von Affären, Ehen, Mutterschaft, von Schwangerschaftsabbrüchen und Drogenabhängigkeit – und durch alles hindurch scheint der unbändige Wille, gerade als Frau in jener Zeit nach den eigenen Vorstellungen zu leben.

Tove Ditlevsen (1917 – 1976), geboren in Kopenhagen, galt lange Zeit als Schriftstellerin, die nicht in die literarischen Kreise ihrer Zeit passte. Heute zählt sie zu den großen literarischen Stimmen Dänemarks und Vorläuferin von Autorinnen wie Annie Ernaux und Rachel Cusk. Die »Kopenhagen-Trilogie« ist ihr zentrales Werk, in dem sie das Porträt einer Frau schafft, die entschieden darauf besteht, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben.

 Die Kraft, mit der sich da jemand gegen das Schicksal stemmt, nimmt selbst den Leserinnen den Atem. Ditlevsen schreibt, sie sucht und kämpft, auch da Wege zu finden, wo die Lage hoffnungslos scheint. Elend und Leid hält sie ihre Vorstellungskraft und einen feinen Sinn fürs Schöne entgegen – und eine tiefe Liebe zum Schreiben und zum Leben. »Die Intensität dieses Schreibens zieht die Leserinnen weltweit in seinen Bann«, erzählt Friederike Schilbach, leitende Lektorin Belletristik beim Aufbau Verlag. Kein Wunder also, dass sich die Rechte für die Trilogie schon jetzt in 16 Länder verkauft haben – von England über Japan, die Türkei und Norwegen bis in die USA. In den späten 1960er Jahren geschrieben, entfalten die Texte heute ihre ganze Wirkung. »Tove Ditlevsen war ihrer Zeit weit voraus: Sie war eine Vorreiterin des autofiktionalen Erzählens und hatte in den literarischen Kreisen ihrer Zeit eine Außenseiterrolle«, so Schilbach. Mit ihrem radikalen Schreiben sei sie Wegbereiterin für Autorinnen wie Annie Ernaux und Rachel Cusk gewesen. Mit dem wiedererwachten Interesse an Tove Ditlevsens Werk tritt nun die Vorreiterin selbst ins Rampenlicht zurück, und die »Kopenhagen-Trilogie« scheint aktuell wie nie: Ob Epidemie, Fehlentscheidungen, menschliche oder finanzielle Verluste – Tove Ditlevsen war eine Expertin für den Umgang mit Krisen. Ihre »Kopenhagen-Trilogie« ist ein vehementes Bekenntnis zum Widerstand gegen das Aufgeben in schweren Zeiten. Der Aufbau Verlag bietet dem Buchhandel ein Kombipaket mit 10 Exemplaren pro Band und Werbematerial wie Plakat und Lesezeichen an. 

FAKTEN ZUR TRILOGIE 

Tove Ditlevsen 
übersetzt von Ursel Allenstein, 
Aufbau Verlag

Teil 1: »Kindheit« 
118 S., 18 € (D)  /  18,50 € (A)  
Erscheint am 18. Januar

Teil 2: »Jugend« 
154 S., 18€ (D)  /  18,50 € (A)  
Erscheint am 15. Februar

Teil 3: »Abhängigkeit« 
176 S., 18 € (D)  /  18,50 € (A) 
Erscheint am 15. Februar

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