Berlin

Vermieter kündigt Reisebuchhandlung

26. April 2021
von Börsenblatt

Regine Kiepert, Inhaberin der Berliner Buchhandlung Schropp, erhält nach 20 Jahren die Kündigung: Die Reiseführer- und Landkartenhandlung soll einer Kunstgalerie weichen.

Die Globen leuchten in der Buchhandlung Schropp

Gegründet 1742, als Simon Schropp von Friedrich dem Großen die Erlaubnis erhielt, mit Landkarten zu handeln, ist die Buchhandlung eine der ältesten Firmen des Berliner Handels. 2017 feierte die Buchhandlung mit Bürgermeister Michael Müller und der Kulturministerin Monika Grütters ihren 275. Geburtstag. Das Ladengeschäft befindet sich in der Hardenbergstraße 9A  in der Nähe der U-Bahnhöfe Ernst-Reuter-Platz und Zoologischer Garten.

"Nach vielen schwierigen Corona-Monaten, in denen die Nachfrage an Reiseführern und Landkarten dramatisch eingebrochen war, blickte die Reisebuchhandlung wieder hoffnungsvoll in die Zukunft und rechnete mit dem Ausklingen der Pandemie Ende des Sommers mit einen Umsatzaufschwung", sagt Regine Kiepert, die ein Mitglied der großen Berliner Buchhändlerfamilie Kiepert ist. "Nun stehen stattdessen die schwierige Suche nach neuen Räumen und die gewaltigen Kosten eines Umzugs im Vordergrund." Kiepert benötigt einen 200 Quadratmeter großen Ladenraum in zentraler Lage. Kiepert findet es "an der Zeit, dass solide und gesunde Unternehmen vor den Unsicherheiten des Gewerbemietvertragsrechts geschützt werden".

 

Die Schropp'sche Buchhandlung musste im Laufe ihrer jüngeren Geschichte schon öfter umziehen: Da die Miete nach der Wende um 400 Prozent erhöht wurde, zog die  Schropp’sche Landkartenanstalt zunächst nach Friedenau, an den Breslauer Platz und 1998 nach Schöneberg in die Potsdamer Straße 129.  2003 wurde sie in "Schropp Land & Karte GmbH" umbenannt. Da der Hausbesitzer 2008 Insolvenz anmeldete, das Gebäude zwangsversteigert wurde und der neue Eigentümer kündigte, zog Schropp im Oktober 2008 in die Hardenbergstraße 9A.