„Québec im Gepäck“ | ANZEIGE

Vorfreude auf den Gastland-Auftritt

30. September 2021
von Börsenblatt

Kanada ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2021 – und Québec, die frankophone Provinz Kanadas, wird stark vertreten sein: Im Rahmen des Gastlandauftritts erscheint mit rund 100 ins Deutsche übersetzten Büchern eine bisher nie dagewesene Bandbreite an Stimmen aus Québec, die sich mit dem Wandel unserer Zeit und ihren Herausforderungen auseinandersetzen. Mit der Videoreihe „Québec im Gepäck“ laden die Vertretung der Regierung von Québec und der Verlegerverband Québec Edition zu einer direkten Begegnung mit einzelnen Autor*innen und ihren deutschen Verleger*innen ein. Ein Blick in die Videos lohnt sich – und erhöht die Vorfreude auf den Gastlandauftritt.

Kukum: Die Geschichte der Innu von Pekuakami

Einer der erfolgreichsten Titel der letzten Buchsaison in Québec ist der Roman „Kukum“ von Michel Jean. Der indigene Journalist und Schriftsteller erzählt die Geschichte seiner Urgroßmutter Almanda, die als Waise aufwuchs und mit 15 Jahren Teil einer Innu-Familie wurde. Ihre Worte geben einen Einblick in das nomadische Leben und dessen gewaltsames Ende. Der Roman erscheint im Oktober 2021 im Wieser Verlag.

Der Autor im Gespräch mit seinem deutschen Übersetzer Michael von Killisch-Horn

Michel Jean

Uiesh. Irgendwo: Eine Brücke aus Poesie

Auch die bekannteste indigene Dichterin Québecs ist vertreten: Joséphine Bacon. Sie schreibt in ihrer Muttersprache Innu-Aimun und auf Französisch, verarbeitet Erinnerungen der Ältesten ihrer Gemeinschaft und eigene Beobachtungen aus der Stadt. So gelingt es ihr, eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen. Bacons preisgekrönter Gedichtband „Uiesh. Irgendwo“ erscheint nun in der deutschen Übersetzung von Jennifer Dummer und Andreas Jandl im KLAK Verlag.

Die Dichterin im Gespräch mit ihrem deutschen Verleger Jörg Becken

Joséphine Bacon und Jörg Becken

Häsin in der Grube: Ein gewagter Selbstversuch

Flink, stark und niemals müde – Diane ist eine Workaholic. Um noch besser zu werden und weiter voranzukommen, lässt sie sich das Hasen-Genom einpflanzen. „Häsin in der Grube“ von Mireille Gagné ist eine Parabel über die neoliberale Leistungsgesellschaft. Der viel beachtete Debütroman ist in der Übersetzung von Birgit Leib im Verlag Klaus Wagenbach erschienen.

Die Autorin im Gespräch mit ihrer Lektorin Annette Wassermann

Mireille Gagné

Die schmutzigen Füße: Ein mythischer Roman über das Exil

Der Roman „Die schmutzigen Füße“ von Edem Awumey erzählt von Askia, der Taxi in Paris fährt. Eigentlich ist er aber auf der Suche nach seinem Vater, den er auf dem Weg aus Mali verloren hat. Awumey konstruiert ein Labyrinth aus Fragen über das Exil. „Die schmutzigen Füße“ wurde nach der Erstveröffentlichung für den Prix Goncourt nominiert. Nun ist der Roman in der deutschen Übersetzung von Stefan Weidle im Weidle Verlag erschienen.

Der Autor im Gespräch mit seinem Verleger Stefan Weidle

Edem Awumey

Die Herrschaft der extremen Mitte: Ein Plädoyer für das unabhängige Denken

In dem Essayband „Die Herrschaft der extremen Mitte“ sind verschiedene Texte des Québecer Philosophen Alain Deneault versammelt. Er prangert Regime der politischen Mitte an, die ökologische und soziale Standards gefährden und ruft dazu auf, das unabhängige Denken wieder mehr zu fördern. Der Autor ist derzeit  Programmdirektor am Collège international de philosophie in Paris und Professor für Soziologie an der Université de Moncton. Sein Essay ist in der deutschen Übersetzung von Christian Driesen im Westend Verlag erschienen.

Der Autor hat sich auf Deutsch mit Maximilian David, Senior Editor beim Westend Verlag, unterhalten

Alain Deneault

Der Himmel über Bay City: Vom verzweifelten Wunsch, die Vergangenheit hinter sich zu lassen

Den Abschluss der Buchvorstellungen von „Québec im Gepäck“ bildet der bildmächtige Roman „Der Himmel über Bay City“ von Catherine Mavrikakis, eine der wichtigsten zeitgenössischen Autor*innen Québecs. Im Mittelpunkt ihres preisgekrönten Romans steht das Schicksal einer jungen Frau in den USA der 1960er-Jahre. Mutter und Tante sind dem Zweiten Weltkrieg entkommen, doch sie wird von der Vergangenheit eingeholt. Die Übersetzung von Patricia Klobusiczky und Sonja Finck erscheint im Secession Verlag für Literatur.

Die Autorin im Gespräch mit ihrem deutschen Verleger Christian Ruzicska

Catherine Mavrikakis

Weitere inspirierende Geschichten bei „Neue Bücher aus Québec“

Alle vorgestellten Bücher sind unter den folgenden Links in VLB-TIX oder auf den Webseiten der Verlage verzeichnet. Einen Überblick über weitere Romane sowie Kinder- und Jugendbücher, Poesie, Comics und Sachbücher aus Québec bietet die Seite „Neue Bücher aus Québec“ der Vertretung der Regierung von Québec: quebec.ca/berlin

Steht bei Fragen zur Literatur aus Québec gern Rede und Antwort: Marie-Elisabeth Räkel, Kulturattachée in der Vertretung der Regierung von Québec: marie-elisabeth.rakel@mri.gouv.qc.ca

Hinweise zum Gastlandauftritt von Kanada bei der Frankfurter Buchmesse unter https://canadafbm2021.com/de/home-de/.

Jean, Michel : "Kukum“, aus dem Französischen von Michael von Killisch-Horn erscheint am 14.10.2021 im Wieser Verlag.

300 S., 21 € (D)  /  21 € (A)

Bacon, Joséphine : „Uiesh – Irgendwo“, aus dem Französischen von Jennifer Dummer und Andreas Jandl erscheint Anfang Oktober im KLAK Verlag.

120 S., 15 € (D)

Gagné, Mireille: „Häsin in der Grube“, aus dem Französischen von Birgit Leib ist am 19.08.2021 beim Verlag Klaus Wagenbach erschienen.

120 S., 17 € (D)  /  17,50 € (A)

Awumey, Edem: „Die schmutzigen Füße“, aus dem Französischen von Stefan Weidle ist am 30.07.2021 beim Weidle Verlag erschienen.

160 S., 20 € (D)  /  20,60 € (A)

Deneault, Alain: „Die Herrschaft der extremen Mitte“, aus dem Französischen von Christian Driesen ist am 06.09.2021 beim Westend Verlag erschienen.

192 S., 18 € (D)  /  18,50 € (A)

Mavrikakis, Catherine: „Der Himmel über Bay City“, aus dem Französischen von Sonja Finck und Patricia Klobusiczky erscheint am 11.10.2021 beim  Secession Verlag für Literatur.    

320 S., 24 € (D)  /  24,60 € (A)