Das Buchbranchen-Update

Die Nachlese: Neuerungen auf der Frankfurter Buchmesse

21. September 2026
Redaktion Börsenblatt

In der neuen Folge der Nachlese geht’s um den Countdown zur Frankfurter Buchmesse: Wir schauen auf die neue Hallenplanung, neue Community- und Erlebnisbereiche und die Frage, wie die Messe die Publikumstage steuern will. Außerdem: Osiander bündelt sein Onlinegeschäft auf thalia.de.

Nachlese Podcast-Cover (Mock-up)

Die Nachlese erscheint jeden Montag

Am 7. Oktober startet die Frankfurter Buchmesse. Für Messedirektor Juergen Boos ist es ein Abschied: Er hat vergangene Woche zum letzten Mal die Highlights vorgestellt. Sein designierter Nachfolger Jürgen Kaufmann war beim Presse-Event als Gast dabei.

Zu den wichtigsten Veränderungen zählt eine neue Hallenplanung. Der B2B-Teil – insbesondere das Rechte- und Lizenzgeschäft – wird stärker in den oberen Ebenen gebündelt; das Publikumsprogramm konzentriert sich auf der Erdgeschossebene, genauer: In den Hallen rund um den Innenhof. Die Ziele der Messe: kürzere Wege, bessere Orientierung und am Wochenende ein "riesiges Literaturfestival" für Besucher:innen und Familien. Die Herausforderung ist, gerade an den Publikumstagen ab Freitag dabei eine Überfüllung einzelner Bereiche zu verhindern. Neu sind Erlebnis- und Community-Bereiche für die Publikumstage: Romance/Romantasy, Fantasy, New Adult, Crime World (mit Mitmachaktionen) und ein Audio-Areal mit Studios für Live-Produktionen von Podcasts und Hörspielen. Die Crime World bietet Rätsel- und Ermittlungsformate.

Im Meet-the-Author-Bereich können Leser:innen auf ein Treffen mit ihren Lieblingsautor:innen hoffen. Der Bereich ist dieses Jahr im Innenhof zu finden. Insgesamt wird es 10 Messebühnen geben (plus die Literaturbühnen der Rundfunkanstalten). Neu sind eine Matsuri Stage mit japanisch inspiriertem Bühnenprogramm und Cosplay-Wettbewerben - und zwar jeden Tag - und die LatAm Stage, die  bereits das künftige Gastland Chile sichtbar macht.

Das Gastland Tschechien ist mit 45 Verlagen und 75 Künstler:innen vertreten. Übrigens werden rund 150 Bücher im Rahmen des Gastlandauftritts ins Deutsche übersetzt. Die Börsenblatt-Redaktion hat eine Übersicht erstellt, wo welche Schwerpunkte zu finden sind. Unsere Übersicht gibt's auch zum Download - den Link findet ihr in den Shownotes.

Osiander wechselt zu thalia.de

Kund:innen des Osiander-Onlineshops werden ab Oktober auf Thalia.de weitergeleitet. Die beiden Buchhandelsunternehmen arbeiten schon länger eng zusammen. Seit rund fünf Jahren nutzt Osianders Onlineshop die technische Infrastruktur von Thalia. Mit dem gemeinsamen Onlineauftritt soll das nun nach außen sichtbar werden. Das soll Kosten sparen und Geld frei machen für technische Innovationen, um mit anderen Onlineriesen wie Amazon mithalten zu können. Für Kund:innen soll sich nichts ändern, betonte Osiander-Chef Christian Riethmüller. Die Partnerschaft beziehe sich auf das Onlineangebot, nicht auf das Filialnetz mit 65 Standorten. Das wird es auch in Zukunft geben. "Osiander bleibt Osiander", sagte Riethmüller.

News aus Verlagen in KW 38

Francke-Buch übernimmt sämtliche Anteile am Brunnen Verlag. Damit wird das Unternehmen alleiniger Gesellschafter des traditionsreichen christlichen Verlags. Der Brunnen Verlag wird  als eigenständiger Verlag weitergeführt, das Verlagsgebäude in Gießen, das ohnehin durch Home Office kaum noch genutzt wurde, wurde an eine eritreische Kirchengemeinde verkauft. Zum Unternehmen gehört auch das Logistikunternehmen ChrisMedia im mittelhessischen Staufenberg. Dort geht der Betrieb wie gehabt weiter.

Der Wallstein Verlag stellt sich für die Zukunft auf. Verleger Thedel von Wallmoden übergibt wichtige Aufgaben an ein Leitungsgremium. Sechs Personen erhalten Prokuren für Programm, Vertrieb, Marketing, Steuern und Finanzen. Von Wallmoden bleibt Geschäftsführer des Unternehmens.

Prestel ist offizieller Verlagspartner der documenta 16. Begleitend zur Ausstellung in Kassel erscheinen im Juni 2027 zwei Begleitbände in deutscher und englischer Sprache. Die documenta 16 findet vom 12. Juni bis 19. September 2027 in Kassel statt.

Am 12. September hat die Klischee-Buchmesse in Darmstadt Premiere gefeiert. 260 Aussteller:innen und rund 1.800 zahlende Besucher:innen waren dabei, unter ihnen unser Kollege Kai Vogt, den ihr hier aus der Nachlese kennt. Er hat sich auf der Messe umgehört und für euch mit vielen Aussteller:innen gesprochen. Seinen Nachbericht gibt's online.

Die Finanzierung des Internationalen Literaturfestivals Berlin (ILB) ist gesichert. Künftig fördert der Bund das Festival institutionell. Damit das klappt, wird das ILB Teil der Berliner Festspiele. Das Festival bringt jährlich mehr als 100 Schriftsteller:innen aus rund 40 Ländern nach Berlin und bietet ein großes Programm für Junge Menschen.

Aktuelle Literaturpreise

Die Hotlist 2026 ist erschienen. Zehn Verlage stehen mit ihren Büchern auf der Liste mit Indie-Titeln. Darunter der Allee Verlag, Edition Moderne, Hartknoch Verlag, kookbooks, Luftschacht, pinguletta, Polente, Satyr, Verlag das Wunderhorn und der zeitkind Verlag. Von Comics über Reisenotizen ist alles dabei.

Der VdÜ zeichnet Vera Elisabeth Gerling mit der Übersetzerbarke 2026 aus. Erstmals geht die undotierte Auszeichnung damit an eine Übersetzungswissenschaftlerin. Gerling forscht und lehrt an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Den Preis erhält sie auf der Frankfurter Buchmesse.

Der Sprecher:innenkreis der IG Hörbuch im Börsenverein vergibt die Auszeichnung "Hörbuchmensch des Jahres 2026" in diesem Jahr an das Team Audiowelt der Leipziger Buchmesse unter Leitung von Astrid Böhmisch. Die Preisverleihung findet auf der Frankfurter Buchmesse statt.

Kurz notiert

Bis zum 15. Dezember können Titel für den Phantastik-Literaturpreis Seraph eingereicht werden. In der Kategorie Bestes Debüt dürfen sich erstmals auch Indie-Autor:innen bewerben.

Vom 12. bis 29. November feiert München seine Bücherschau. Jetzt steht auch das Programm. Highlights sind Feuilleton-Slams und Greg's-Tagebuch-Autor Jeff Kinney.