Einen Überraschungsauftritt hatte am Buchmessefreitag am F.A.Z.-Stand Monika Kunz, die langjährige Sekretärin Marcel Reich-Ranickis. Zum Gespräch zwischen Axel Scheffler und F.A.Z.-Literaturredakteur Tilman Spreckelsen wurde die im Publikum sitzende ehemalige Kollegin auf die Bühne gebeten, um eine Kostrobe aus der eben unter dem Titel „De Grüffelo“erschienenen hessischen Ausgabe des Kinderbuchklassikers zum besten zu geben. Obwohl Kunz laut Selbstauskunft keine Hessin im engeren Sinn ist („Ich komme aus dem Westerwald!“), entledigte sie sich ihrer Aufgabe mit Bravour: „E Mäusje lief locker dorsch de Wald / und traf uff de Fuchs schon ziemlich bald. / ‚Ei Gude, Mäusje, wo geht’s denn hie? / Wolln mer Handkäs esse? So lecker wie nie!‘ / ‚Des is werklisch nett, aber ich bin leider scho / verabredet mit‘m Kumpel, dem Grüffelo.“ Der gebürtige Hamburger Scheffler war beeindruckt, das Publikum begeistert. Wenn das der große MRR wüsste! Der stand dem Einsatz von Dialekt in der Gegenwartsliteratur nämlich skeptisch gegenüber. Wenn ein Autor ihn nutze, müsse „jeder Satz im Dialekt ein Tor sein, sonst sei er überflüssig“.
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