Interview mit der Schriftstellerin Dora Kaprálová

"Literatur ist eine große Lüge, die die Wahrheit sagt"

5. Oktober 2026
Nils Kahlefendt

Für "Die Mariborhypnose" erhielt Dora Kaprálová gleich zweimal den wichtigsten tschechischen Literaturpreis. Sie erzählt, wie ihr Roman entstand – und weshalb sie neuerdings inkognito in einer Berliner Buchhandlung arbeitet.

Foto von Dora Kaprálová

Dora Kaprálová

Börsenblatt: Für Ihren Roman "Die Mariborhypnose" haben Sie den Magnesia Litera, der als wichtigster Literaturpreis Tschechiens gilt, in diesem Jahr gleich zwei Mal bekommen – einmal für den besten Roman, dann für das Buch des Jahres. Wie hat sich das angefühlt?

Dora Kaprálová: Die Verleihung fand im Nationaltheater in Prag statt. Ich habe zwei Wochen vor der Gala in einem Archiv herausbekommen, dass meine Großmutter, eine Opernsängerin, Anfang der 1930er Jahre dort auf der Bühne stand. Das hat mich sehr berührt.