Auszeichnung

Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung an Mely Kiyak

18. September 2026
Redaktion Börsenblatt

Mely Kiyak erhält die Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung für 2026. Der Förderpreis geht an Nea Schmidt. Dies gab die Klassik Stiftung Weimar bekannt.

Porträtfoto von Mely Kiyak

Mely Kiyak

Mit der Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung für 2026 werde das literarische und künstlerische Schaffen von Mely Kiyak gewürdigt, heißt es weiter. In ihren Büchern, Texten, Miniaturen, so die Jury, spiegelt die Autorin das Zusammenleben und die Beziehungsgeflechte im Großen wie im Kleinen sprachlich präzise und mit einem unvergleichlichen Humor wider. Sie sammelt Augenblicke und verwandelt sie mit eigenem Sound in Liebes- oder Protestlieder, die ihre Leser lange begleiten.

Zur Preisträgerin:

Mely Kiyak ist Autorin von Büchern und Theatertexten, so die Kurzvita auf der Website des Hanser Verlags. Bei Zeit Online erscheint ihre Serie "Gute Momente", für das Gorki-Theater schreibt sie "Kiyaks Theater Kolumne". Für ihre Arbeit wurde Mely Kiyak vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Theodor-Wolff-Preis, dem Kurt-Tucholsky-Preis und dem Heinrich-Mann-Preis (2025). Zuletzt erschienen bei Hanser "Frausein" (2020) und "Werden sie uns mit FlixBus deportieren?" (2022). 

Förderpreis an Nea Schmidt

Den Förderpreis für 2026 der Anke Bennholdt-Thomsen-Stiftung erhält die junge Autorin " für ihren Debüt-Gedichtband "Sprechen in Flechten" (kookbooks). Ihre Gedichte zielten in ihrem Dehnen und Biegen von Bedeutung auf Unberechenbarkeit.

Zusammensetzung der Jury:

Die Jury der Deutschen Schillerstiftung von 1859 wird aktuell von dem Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Florian Höllerer, der Autorin Nancy Hünger, der Kritikerin Beate Tröger, dem Autor und Verleger Dinçer Güçyeter sowie der Kulturredakteurin Judith Heitkamp gebildet. Den Vorsitz hat seit dem 20. April 2026 Florian Höllerer inne.

Die Preise für 2025 werden ebenfalls verliehen

Neben den Preisen für 2026 werden bei der Preisverleihung auch die Preise für 2025 verliehen. Nach dem plötzlichen Tod des Kuratoriumsvorsitzenden der Schillerstiftung, Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, am 3. September 2025 war die Preisverleihung für 2025 kurzfristig abgesagt worden.

  • Die Ehrengabe der Deutsche Schillerstiftung für 2025 erhält die österreichische Dichterin Margret Kreidl. Ihr Schreiben zeichnet sich aus Sicht der Jury durch eine außergewöhnliche formale Vielfalt und Experimentierfreude aus. Sie bewege sich souverän zwischen Lyrik, Prosa, Hörspiel und Theater und überschreite dabei bewusst die Grenzen traditioneller Gattungen.
  • Mit dem Lyrikpreis für 2025 der Anke Bennholdt-Thomsen-Stiftung, einer Unterstiftung der Deutschen Schillerstiftung, wird die deutschsprachige Schriftstellerin und Übersetzerin Ann Cotten ausgezeichnet. Mit ihren Gedichten eröffne sie neue Perspektiven auf die uns umgebende Welt, deren Ausmaße Werk um Werk schwindelerregender werden.
  • Die Ehrengabe für 2025 der Kester-Haeusler-Stiftung, einer weiteren Unterstiftung der Deutschen Schillerstiftung, erhält die Autorin Lütfiye Güzel. In ihren Gedichten und Kürzestgedichten reflektiere sie Themen wie Identität, Migrationserfahrung, Suche nach dem Gegenüber und Verlust, immer grundiert von trotziger Melancholie und eingebettet in Alltagsbeobachtungen.

Termin der Preisverleihung:

Die Verleihung der Literaturpreise der Deutschen Schillerstiftung findet am 11. Dezember, 18 Uhr im Goethe- Nationalmuseum, Frauenplan 1, 99423 Weimar statt. Moderieren wird Dr. Frank Simon-Ritz, Direktor der Bibliothek der Bauhaus-Universität Weimar und neuer Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Schillergesellschaft.

Zur Stiftung:

Als nach eigenen Angaben älteste bürgerschaftlich organisierte Fördereinrichtung unterstützt die Deutsche Schillerstiftung von 1859 Autorinnen und Autoren. Seit ihrer durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse notwendig gewordenen Neuerrichtung im Jahre 1995 vergibt sie alljährlich Ehrengaben und regelmäßig Förderpreise.

Zugleich fungiert die Stiftung als Dach renommierter Unterstiftungen, die von namhaften Persönlichkeiten für die Vergabe weiterer Literaturpreise eingerichtet wurden.