Die Autorin Julia Cimafiejeva, geboren 1982 in Brahin, Belarus, ist eine belarusische Lyrikerin, Autorin und Übersetzerin. Sie verbindet in ihrem Schreiben poetische und dokumentarische Formen, persönliche Erinnerungen und kollektive Geschichte. Seit 2014 erschienen von ihr fünf Gedichtbände auf Belarusisch und etablierten Cimafiejeva als eine der wichtigsten Stimmen ihrer Generation. Ihre Bücher wurden in Übersetzungen in Deutschland, den Niederlanden, Polen und Schweden und den USA veröffentlicht. Auf Deutsch erschienen von ihr in der edition.fotoTAPETA, Berlin, die Bände "Zirkus" (2019), "Minsk. Tagebuch" (2021), "Der Angststein" (2022) sowie 2025 "Blutkreislauf", in der Übersetzung von Tina Wünschmann. Eine Sammlung von Collagen und Gedichten erschien ebenfalls 2025 unter dem Titel "Ich zerschneide die Geschichte" (edition frölich, Berlin).
Als Übersetzerin hat Cimafiejeva Gedichte unter anderem von Walt Whitman und Stephen Crane ins Belarusische übertragen, außerdem Kinderbücher von Maja Lunde und Stian Hole.
2020 musste Cimafiejeva zusammen mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Alhierd Bacharevič, Belarus aus politischen Gründen verlassen. Das Paar verbrachte anschließend im Exil Stationen in Graz, Chemnitz, Zug und Hamburg. Seit 2025 leben Julia Cimafiejeva und ihr Mann in Berlin. Dort war sie im gleichen Jahr 2025 Stipendiatin des Berliner Künstlerprogramms des daad sowie 2026 Fellow an der Robert Bosch Academy Berlin.