Bachmann-Jubiläum

Neuer Österreichisch-Deutscher Lyrikpreis

9. September 2026
Redaktion Börsenblatt

Österreich und Deutschland vergeben im Bachmann-Jubiläumsjahr erstmals den Österreichisch-Deutschen Lyrikpreis. Ausgezeichnet werden je eine Lyrikerin bzw. ein Lyriker mit Lebensmittelpunkt in Österreich und in Deutschland.

Ingeborg Bachmann im Profil am Mikrofon, aufgenommen nach der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1964 in Darmstadt.

Nach der Verleihung des Büchner-Preises: Ingeborg Bachmann spricht 1964 in Darmstadt

Österreich und Deutschland würdigen im Jubiläumsjahr zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann die deutschsprachige Gegenwartslyrik mit einem neuen Preis. Der Österreichisch-Deutsche Lyrikpreis wird vom Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten der Republik Österreich (BMEIA) und vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) initiiert.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagt: "Lyrik schlägt Brücken zwischen Menschen und Nationen. Gedichte überschreiten Grenzen: Grenzen der Herzen, der Sprachen, der Kulturen und der Staaten. Gerade deshalb war es uns wichtig, im Jubiläumsjahr der großen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann diesen gemeinsamen Preis ins Leben zu rufen. Damit setzen wir ein Zeichen für die enge kulturelle Verbundenheit unserer beiden Länder und für die Kraft der Literatur, Menschen zusammenzubringen."

Der einmalige Preis zeichnet eine Lyrikerin beziehungsweise einen Lyriker mit Lebensmittelpunkt in Österreich sowie eine Lyrikerin beziehungsweise einen Lyriker mit Lebensmittelpunkt in Deutschland aus. Die Auszeichnung ist mit jeweils 15.000 Euro dotiert. Prämiert werden Lyrikbände, die in den vergangenen drei Jahren erschienen sind und an die Verbindung verschiedener poetischer Traditionen, Sprachwelten und Kulturräume anknüpfen. Zum Preis gehört zudem die Teilnahme an Übersetzungswerkstätten in Berlin und Wien.

Die gemeinsame Preisverleihung findet am 25. November, dem Eröffnungstag der Buch Wien, statt. Projektträger sind in Österreich die Österreichische Gesellschaft für Literatur (ÖGfL) und in Deutschland das Literarische Colloquium Berlin (LCB) in Kooperation mit dem TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds. Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige österreichisch-deutsche Jury.