Jahres-Luchs

Preis für Andreas Steinhöfel

17. März 2021
von Börsenblatt

Für sein Kinderbuch „Rico, Oskar und das Mistverständnis“ erhält Andreas Steinhöfel den Jahres-Luchs 2020. Teil 5 der Reihe ist auch der ungewöhnlichste.

Andreas Steinhöfel im Frankfurter Hof

Andreas Steinhöfel im Frankfurter Hof

Der Jahres-Luchs 2020, der Kinder- und Jugendbuchpreis von „DIE ZEIT“ und Radio Bremen geht an den Autor Andreas Steinhöfel für sein Kinderbuch „Rico, Oskar und das Mistverständnis“. Der Roman ist im Carlsen Verlag erschienen. Am 26. Mai soll der mit 8.000 Euro dotierte Preis in Hamburg verliehen werden - per Livestream.

Im fünften und letzten Band der „Rico, Oskar“-Reihe zerstreiten sich die beiden ungleichen Freunde, denn der tiefbegabte Rico ist verliebt, was dem hochbegabten Oskar überhaupt nicht passt.

Die Luchs-Jury urteilt: „Mit Andreas Steinhöfel zeichnen wir einen Autor aus, der eigentlich keine Preise mehr braucht. Doch mit diesem Abschlussband krönt er seine ‚Rico, Oskar‘-Reihe und übertrifft sich erzählerisch selbst: Die bewährte Erzählstimme Ricos, dazu ein schillernd-schräges Figuren-Ensemble, gespickt mit Verweisen auf Kinderbuchklassiker von Jim Knopf bis Heidi. Mit der zweiten Erzählebene, die im Berlin der zwanziger Jahre spielt und auch sprachlich einen Zeitsprung vollzieht, mutet Steinhöfel seinen jungen Lesern zwar Einiges zu, bleibt aber auch seinem Schriftsteller-Motto treu: ‚Es ist noch kein Kind am Nebensatz gestorben‘. Steinhöfel ist ein einfühlsamer und gleichzeitig widerspenstiger Autor. Ein Meister der Sprache, dem es ernst ist mit dem Schreiben. Er ist politisch und immer auf Seite der Schwachen, ohne dabei moralisch oder sentimental zu werden. Zugleich sind Steinhöfels Geschichten beste Unterhaltung, die Spannung und Spaß bieten – weshalb nicht nur Kritiker seine Romane lieben, sondern auch seine jungen Leser. Andreas Steinhöfel hat mit seinen ‚Rico, Oskar‘-Büchern moderne Klassiker geschaffen, und der Welt zwei einzigartige Helden geschenkt. Zwölf Jahre haben seine Romankinder Steinhöfel begleitet, mögen sie noch vielen kommenden Generationen von Kindern das Leben bereichern.“

Der Preisträger:
Andreas Steinhöfel, Jahrgang 1962, ist Autor zahlreicher, vielfach preisgekrönter Kinder- und Jugendbücher. Unter anderem wurde er 2013 mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtwerk ausgezeichnet, 2017 mit dem James Krüss Preis. Neben dem Schreiben übersetzt er aus dem Englischen, schreibt Drehbücher und produziert mit seiner Filmfirma ORIGAMI seit 2015 Kinderfilme. Band 1, „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ war im vergangenen Jahr das bestverkaufte Kinderbuch in Deutschland.

Der Luchs-Preis:

Jeden Monat vergeben "DIE ZEIT" und Radio Bremen den Luchs-Preis für Kinder- und Jugendliteratur. Aus den zwölf Monatssiegern wird der Jahres-Luchs gewählt. Die Jury bilden Brigitte Jakobeit, Übersetzerin, Anja Robert, Redakteurin bei Radio Bremen, Benno Hennig von Lange, Junges Literaturhaus Frankfurt, und Klaus Humann, ehemaliger Verleger des Carlsen und Aladin Verlags. Den Vorsitz hat Katrin Hörnlein, die bei der "ZEIT" das Ressort Junge Leser und die Kinder- und Jugendliteratur verantwortet.