Preise der Stadt Wien für Robert Menasse
Der Schriftsteller Robert Menasse erhält den Preis der Stadt Wien 2026 in der Kategorie Literatur. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Publizistik wird Ingrid Brodnig prämiert.
Der Schriftsteller Robert Menasse erhält den Preis der Stadt Wien 2026 in der Kategorie Literatur. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. In der Publizistik wird Ingrid Brodnig prämiert.
Die Auszeichnungen werden von der Bürgermeisterin bzw. dem Bürgermeister der Stadt Wien verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, deren Arbeit neue Perspektiven eröffnen und das kulturelle, wissenschaftliche und bildungspolitische Leben Wiens prägen. Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt auf Vorschlag unabhängiger Fachbeiräte.
Die Preise der Stadt Wien, die seit 1947 in den Fachbereichen Architektur, Bildende Kunst, Medienkunst, Literatur, Musik, Publizistik, Wissenschaften und Volksbildung vergeben werden (der Medienkunstpreis seit 2014), sind mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Die Förderungspreise werden seit 1951 zusätzlich jedes Jahr verliehen und sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert.
In der Kategorie Literatur wird Robert Menasse ausgezeichnet. In der Begründung heißt es: "Robert Menasses literarisches Schaffen – ob als Romancier oder als Essayist – durchzieht die Vorstellung des Individuums als Essenz politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse." Die Jury verortet seine Literatur zwischen jüdischer Familiengeschichte, der Neubestimmung einer europäischen Identität und den Grenzen des europäischen Verwaltungsapparats. Stets handelt sie vom "Scheitern der Entwicklung des menschlichen Bewusstseins zum allumfassenden Geist" und davon, "dass in jedem Fortschritt die Gefahr der Rückabwicklung steckt".
In ihren Büchern, Kolumnen und digitalen Publikationsformaten untersucht Ingrid Brodnig die Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesellschaft und Demokratie. Die Jury würdigt ihre "Analysen zur Debattenkultur im Netz und auf der Straße, zu Desinformation, Hass im Netz und digitaler Gewalt sowie ihre Aufklärung über die Verrohung des digitalen Diskurses". Hervorgehoben wird zudem ihre Rolle als empathische und unermüdliche Übersetzerin digitaler und analoger Formate und ihr Einsatz für eine faire digitale Gesellschaft.
Yevgeniy Breyger schreibt eine zeitgenössische, politische Lyrik, die Kriegserfahrung, Identität und gesellschaftliche Realität mit großer formaler Freiheit und persönlicher Dringlichkeit verknüpft, heißt es hier.
Alle Preisträger:innen 2026 finden sich in der Mitteilung der Stadt Wien.