Auch ihre zeitgeschichtlichen Romane gründen auf Recherche und Begegnungen. "Feldpost für Pauline” begann als Hörfunkauftrag. Beim Lesen von Feldpostbriefen aus dem Ersten Weltkrieg begegnete Nielsen einzelnen Menschen hinter dem historischen Ereignis: "Aber wenn man den Briefen begegnet, dann begegnet man Menschen und dann fallen einem Geschichten ein.”
Für "Der Tunnelbauer” führte eine Führung des Vereins Berliner Unterwelten zu den Fluchttunneln unter der Bernauer Straße auf die Spur von Achim Neumann. Nielsen sprach mit ihm und seiner Familie, prüfte Details mit Fachleuten und verdichtete seine Lebensgeschichte für ein Jugendbuch: Von sechs Fluchttunnelbauten, an denen Neumann beteiligt war, thematisiert sie drei. Die Arbeit an ihren Büchern entsteht, wie Nielsen sagt, "ständig im Dialog”.
Bei gemeinsamen Lesungen mit Neumann erlebt Nielsen, wie Jugendliche auf den Zeitzeugen reagieren: Sie geben ihm die Hand und bedanken sich. Für Nielsen zeigt sich darin, wie die Geschichte von Flucht, Freiheit und Teilung junge Leser:innen erreichen kann.
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